27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden.

Auf einer Mauer abgelegte Rose, im Hintergrund die Schlote der Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz.; © Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney
Eine Rose vor dem Konzentrationslager Auschwitz: Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney


Offizielle Gedenkveranstaltung 2018 am Sonntag, 28. Januar, um 11 Uhr am Mahnmal Fürstengarten

Die Gedenkfeier der Stadt Kassel findet statt am Sonntag, 28. Januar, um 11 Uhr, am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Fürstengarten, Weinbergstraße. Gedenkrede und Lesung hält Professor Dr. Dietfrid Krause-Vilmar. Kulturdezernentin Susanne Völker wird die Gäste begrüßen.

 

In der Stadt finden darüber hinaus weitere Veranstaltungen anlässlich dieses Tages statt, darunter ein Konzert am Sonntag um 17 Uhr in der Lutherkirche: Unter dem Titel "Musica Judaica" spielen Irith Gabriely (Klarinette) und Irina Loskova (Klavier) Musik jüdischer Komponisten. 

Zu einer Sonderausstellung lädt das Museum für Sepulkralkultur ein: Zu sehen sind Werke der 1944 geborenen Künstlerin Marlies Poss, deren Großmutter und Mutter damals als jüdische Frauen untergetaucht und deren Großtante in das KZ Theresienstadt verschleppt worden war. Poss kombiniert für die Ausstellung Dokumente ihrer Großtante und anderer Holocaust-Überlebender mit eigenen Installationen.

Die Bali-Kinos im Kulturbahnhof zeigen an den Sonntagen 21. Januar und 4. Februar in Kooperation mit einer Reihe von Partnern den Film "Wir Juden aus Breslau", die Premiere in Anwesenheit von Regisseurin Karin Kaper.

Nähere Informationen


In Kassel ist das Gedenken an die Opfer gelebte Wirklichkeit

Der nationale Gedenktag ist 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit, das zum Inbegriff des Holocausts und des industriell betriebenen Massenmordes an den europäischen Juden geworden ist. Von Anfang an ist der Holocaust-Gedenktag in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland als Impuls für alle Städte und Gemeinden des Landes gedacht, ihren eigenen Anteil am Holocaust nicht zu verdrängen und das Gedenken in den jeweiligen lokalen Kontext zu stellen.

In Kassel ist das Gedenken an die Opfer seit vielen Jahren gelebte Wirklichkeit - und dazu gibt es allen Grund: In den Jahren bis 1945 wurden schätzungsweise 1600 Kasseler Jüdinnen und Juden in Auschwitz, Sobibor, bei Riga und anderswo ermordet und fielen dem Nazi-Terror zum Opfer.

Veröffentlicht am:   18. 01. 2018  

Service

Social Media