27. Januar - Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Auf einer Mauer abgelegte Rose, im Hintergrund die Schlote der Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz.; © Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney
Eine Rose vor dem Konzentrationslager Auschwitz: Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: C. Puisney

Der 27. Januar ist als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden.

Die Kasseler Gedenkveranstaltung fand oberhalb des Friedhofes Bettenhausen/Neuer Teil  neuer jüdischer Friedhof statt. Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen an dem von Holocaust-Überlebenden errichteten Gedenkstein für die ermordeten europäischen Juden hielt der Kasseler Historiker Wolfgang Matthäus die Gedenkansprache.

Außerdem reinigten Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel verlegte Stolpersteine, die als Teil der bekannten Kunstaktion des Kölners Gunter Demnig an Kasseler Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens erinnern.

; © Stadt Kassel; Foto: Lea Trotte
Schülerinnen und Schüler des Geschichtsleistungskurses (Q1) der Albert-Schweitzer-Schule Kassel reinigten den Stolperstein für Regina Deborah Schiff vor dem Haus Parkstraße 31. Im Bild auch Gedenkstein Pate Oberbürgermeister Bertram Hilgen, daneben Jochen Boczkowski (Vorsitzender „Stolpersteine in Kassel e.V“) sowie die Lehrkräfte Lauren Fürst und Marcus Neumann.


Städte sollen ihren eigenen Anteil am Holocaust aufarbeiten

Der nationale Gedenktag ist am 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit, das zum Inbegriff des Holocausts und des industriell betriebenen Massenmordes an den europäischen Juden geworden ist. Von Anfang an ist der Holocaust-Gedenktag in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland als Impuls für alle Städte und Gemeinden des Landes gedacht, ihren eigenen Anteil am Holocaust nicht zu verdrängen und das Gedenken in den jeweiligen lokalen Kontext zu stellen.

In Kassel ist das Gedenken an die Opfer seit vielen Jahren gelebte Wirklichkeit - und dazu gibt es allen Grund: Tausende Einwohnerinnen und Einwohner fielen dem Nazi-Terror zum Opfer und wurden ermordet: in der Stadt selbst, in den Konzentrationslagern und anderswo. 

Veröffentlicht am:   10. 03. 2016  

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