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Weltfrauentag: Janz warnt vor Folgen von Erwerbsunterbrechungen clear

Portrait Anne Janz; © Stadt Kassel; Foto: Soremski

Gleichstellung noch immer nicht erreicht

Im vergangenen Jahr feierte der Internationale Frauentag sein 100-jähriges Bestehen. Im selben Jahr wurde der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung veröffentlicht, der aufzeigt, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern immer noch nicht erreicht ist. Der Gleichstellungsbericht bleibt dabei nicht bei der Analyse stehen, sondern bietet auch Ansatzpunkte zum Handeln.

Die Betrachtung des gesamten Lebensverlaufes, die der Bericht vornimmt, deckt dabei nicht nur die langfristigen Folgen von Entscheidungen innerhalb des Lebens auf, sondern zeigt auch die Widersprüche von politischen und rechtlichen Anreizen.

„Viele Regelungen im Recht und in den Sozialversicherungssystemen gehen immer noch von einer lebenslangen Ehe sowie von traditionellen Rollenbildern aus, die aber nicht mehr den modernen flexiblen partnerschaftlichen und individuellen Lebensgestaltungen von heute gerecht werden“, betont Stadträtin Anne Janz.

Erster Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vom 18.6.2011

Erwerbsunterbrechungen für Kinderbetreuungs- und Pflegearbeit, geringfügige Beschäftigung und Teilzeitmodelle haben nicht nur negative Effekte für die Chancen von Frauen im Berufsleben, sondern auch langfristig wirken dadurch Einkommensnachteile bis ins Rentenalter hinein. Die Bekämpfung von Altersarmut, von der vor allem Frauen betroffen sind, muss also bereits im Erwerbssystem ansetzen. Zentral sind dabei die Stärkung von existenzsichernden Erwerbsformen sowie die Verbesserung der niedrigen Frauenlöhne. Stattdessen werden über die Fortführung zum Beispiel des Ehegattensplittings weiter Anreize für das bloße „Dazuverdienen“ eines der Ehepartner gesetzt. Die Verdienstgrenze für Minijobs wird eventuell noch erhöht, die Rentenwirksamkeit dabei nur unzureichend verbessert werden.

 

Hier sind Änderungen nötig. Dazu muss kommen - und hier trägt die Kommune auch ihren Teil bei - dass durch Kinderbetreuungseinrichtungen, Pflegedienstleistungen und familienfreundliche Arbeitszeitgestaltungen in den Unternehmen Erwerbsunterbrechungen verkürzt werden und Teilzeit nicht so kleinteilig wird, dass damit die Existenzsicherung nicht gewährleitstet werden kann.

 

„Gerade der immer näher rückende Fachkräftemangel in unserer Region macht es unumgänglich, Frauen bessere Chancen im Erwerbsleben zu ermöglichen“, so Janz. „Dazu braucht es die Zusammenarbeit von lokaler Wirtschaft, Politik und regionalen Institutionen, wie wir sie unter anderem mit dem Aktionsbündnis Frauen und Arbeit unterstützen. Wir folgen damit dem vom DGB ausgegebenen Motto des diesjährigen Frauentages: „Heute für morgen Zeichen setzen!““

Kontakt

Institution: Frauenbüro Stadt Kassel - Frauenbeauftragte
Ansprechpartnerin: Dr. Ute Giebhardt
Telefon: 0561/ 787 - 7069
Telefax: 0561/ 787 - 8026
E-Mail: frauenbeauftragte@stadt-kassel.de
Büro: Zimmer K 801 - 804
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