Nachlass der Familie Grimm nach Kassel geholt

Präsentieren den bedeutsamen Grimm-Nachlass, von links: Dr. Berthold Friemel, Ingo Buchholz, Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Dr. Holger Ehrhardt; © Stadt Kassel; Foto: D. Schachtschneider Präsentieren den bedeutsamen Grimm-Nachlass, von links: Dr. Berthold Friemel, Ingo Buchholz, Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Dr. Holger Ehrhardt

Mehrere hundert bisher nicht öffentlich bekannte Exponate stehen seit Anfang September 2013 für die künftige "Grimm-Welt" auf dem Weinberg in Kassel zur Verfügung. Ermöglicht hat das der Verein Brüder-Grimm-Platz e.V. Die Kasseler Sparkasse hat den Ankauf des Nachlasses der Familie Grimm mit einer Spende in Höhe von 30 000 Euro unterstützt.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen freute sich über den kulturhistorisch bedeutsamen Nachlass, der nun in die Stadt Kassel kommt und schon bald in der entstehenden Grimm-Welt auf dem Weinberg zu sehen sein wird.

"Die Sammlung zeigt, dass es immer noch Neues zu den Grimms zu entdecken gibt", sagte Hilgen. Der Kasseler Sparkasse, Prof. Dr. Ehrhardt und Dr. Friemel dankte er für das erfolgreiche Engagement, den Nachlass nach Kassel zu holen."

Viele Kunstgegenstände, Gemälde, Zeichnungen, Fotos, Porzellan, Leinen, Silber, Möbel, Schmuck, Kleidungsstücke und Bücher erlauben es, von nahezu allen Lebensbereichen der Brüder Grimm und ihrer Familie museal zu erzählen.

Inge Wurf mit Grabsteinen; © Inge Wurf Inge Wurf, Ururenkelin von Wilhelm Grimm auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin, wo Jacob und Wilhelm Grimm bestattet sind

Suppenterrine mit Kelle aus dem Silberbesteck der Grimms Suppenterrine und Kelle mit Gebrauchsspuren aus dem Hausrat der Grimms

Diese Gegenstände aus dem Nachlass der Familie Grimm haben sich bis in unsere Zeit bei ihren Nachfahren bis hin zur Familie Wurf in Haldensleben erhalten. Gründe dafür waren der hohe symbolische Wert, den die späteren Generationen diesem Familienerbe zumaßen, die in der Familie gepflegte Sammelkultur und nicht zuletzt auch der gewohnheitsmäßige Gebrauchswert vieler Gegenstände.

Original-Handschrift von Jacob Grimm; © Stadt Kasel; Foto: D. Schachtschneider Original-Handschrift von Jacob Grimm

Kästchen mit über Generationen vererbten Familienschmuck Kästchen mit über Generationen vererbten Familienschmuck

„Für die Gestaltung einer neuen überregional und international wirksamen Ausstellung über die Brüder Grimm ist es ein Glücksfall, dass uns in Kassel jetzt derart vielfältige, vielgestaltige und vielfarbige Lebensdokumente aus der Kernfamilie der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm zur Verfügung stehen“, sagte Prof. Dr. Holger Ehrhardt, Inhaber der Grimm-Professur an der Universität Kassel.

"Sehr gern tragen wir mit unserer Spende dazu bei, den Anspruch Kassels als Grimm-Hauptstadt zu untermauern", sagte Ingo Buchholz, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse. „Wir freuen uns auf das neue Grimm-Museum!“

Siegelring und Brosche aus dem Familienbesitz Grimm Siegelring und Brosche aus dem Familienbesitz Grimm

Antiker Holzschrank Gibt Einblick in das ehemalige Wohnambiente der Grimms - antiker Holzschrank

Die Nachfahren Wilhelm und Dortchen Grimms sind seit über 100 Jahren in Haldensleben ansässig, einer kleinen Stadt am Mittellandkanal bei Magdeburg. Da ein Sohn der Familie nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen ging, kam es zu einer Teilung der verbliebenen Bestände. Erst in den letzten zehn Jahren wurde aus beiden Zweigen der Familie alles, was vom Grimm-Erbe noch vorhanden war, wieder zusammengeführt und – kurz vor dem 150. Todestag Jacob Grimms – nach Kassel gebracht.

Veröffentlicht am:   05. 09. 2013  


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