Verkehr in Kassel soll sicherer, umweltverträglicher und effizienter werden

Richtungsstreifen auf einer Farbahn.; © Stadt Kassel
Bis 2015 will die Stadt Kassel einen neuen kommunalen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) aufstellen.

Die Innenstadt von Kassel wird auch in Zukunft gut erreichbar sein – auch für Autofahrer. „Keinesfalls soll der Autoverkehr aus der Stadt verdrängt werden, wie es in der Montagausgabe der HNA heißt“, stellt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda klar. Die gute Erreichbarkeit der Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsstandorte in Kassel sei ebenso ein Ziel des Verkehrsentwicklungsplanes 2030 (VEP) wie ein leistungsfähiges Hauptverkehrsnetz und der Erhalt einer bedarfsgerechten Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer.

"Pförtnerampeln, die Autofahrer vor den Toren der Stadt zurückhalten, wird es in Kassel nicht geben", betont Stadtbaurat Nolda. Vielmehr gehe es darum, mittels intelligenter Verkehrssteuerung einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss in der Stadt zu gewährleisten.

Die HNA berichtete über einen Sachstandsbericht, in dem unter anderem Pförtnerampeln als eine Maßnahme genannt werden. Bei dem Bericht handelt es sich ausschließlich um Vorschläge der von der Stadt beauftragten Verkehrs-Gutachter, keinesfalls aber um verkehrspolitische Festlegungen. Gleiches gilt zum Beispiel für die dort vorgeschlagene Ausweitung der Parkgebührenzone und den Vorschlag, die Parkgebühren nochmals zu erhöhen. Nolda: "Wir werden in diesem Sommer die Parkgebühren erstmals seit 16 Jahren erhöhen. In den nächsten Jahren wird es keine weitere Erhöhung der Parkgebühren geben". Die in diesem Sommer vorgesehene Erhöhung der Parkgebühren war im Dezember 2012 vom Stadtparlament als Teil der Schutzschirmvereinbarung mit dem Land beschlossen worden. Sie passt die Parkgebühren in Kassel auf das Niveau vergleichbarer Städte an.

Verkehrssituation in Kassel; © Stadt Kassel Verkehrssituation in Kassel

Keine Restriktionen für den Autoverkehr

Falsch ist die Darstellung der HNA, die Zahl der Autofahrten in der Stadt solle auf ein Drittel des heutigen Werts und von heute 43,3 auf 15 Prozent reduziert werden. Vielmehr wird angestrebt, den Anteil der Autofahrten an allen in der Stadt zurückgelegten Wegen um 15 Prozent zu reduzieren. Heute machen die Autofahrten etwa 43 Prozent aller Fahrten aus. Künftig sollen nur noch zirka 35 Prozent – also etwa ein Drittel - aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden. Dies soll nicht durch Restriktionen für den Autoverkehr erreicht werden, sondern indem der Umweltverbund aus Bus, Straßenbahn, Fahrrad und Fußwegen gestärkt wird. Dadurch können Lärm und Luftschadstoffe reduziert werden.

Die Stadt Kassel lebt von einer guten Erreichbarkeit und von einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität. Diese sollen weiter ausgebaut und optimiert werden. Daher beabsichtigt die Stadt Kassel einen neuen kommunalen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) bis Anfang 2015 aufzustellen. Damit sollen die strategischen Grundsätze und Leitlinien der zukünftigen Verkehrsentwicklung für die nächsten 15 bis 20 Jahre festgelegt und der bisherige Generalverkehrsplan für die Stadt Kassel aus dem Jahr 1990 aktualisiert werden.

Vorschläge der Verkehrs-Gutachter werden jetzt geprüft

Nach einer Analyse der derzeitigen Verkehrssituation in Kassel haben die von der Stadt beauftragten Gutachter nun zahlreiche mögliche Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen der Verkehr in Kassel beeinflusst werden kann. Diese auf mehr als 140 Seiten gemachten Gutachter-Vorschläge werden nun dahingehend geprüft, ob und wie sie geeignet sind, die vom Stadtparlament beschlossenen neun Leitziele für die Verkehrsentwicklung Kassels zu erreichen. So soll unter anderem die vorhandene Verkehrsinfrastruktur optimaler ausgenutzt werden, um die Verkehrssysteme in Kassel effizienter zu machen. Nolda: "Dabei werden alle Verkehrsteilnehmer und Betroffene berücksichtigt."

Intensiver Dialog mit allen Beteiligten

Das zukunftsfähige Verkehrskonzept für Kassel wird in einem sehr intensiven und offenen Dialog mit allen Beteiligten entwickelt. Bürgerinnen und Bürgern, politische Vertreter sowie Vertreter der Verbände, Vereine und Institutionen sind an der Diskussion beteiligt. Bereits im vergangenen Jahr fanden sechs große Bürgerforen zum Verkehrsentwicklungsplan statt. "Im Mai dieses Jahres wird es eine weitere große Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan 2030 geben", erläutert Stadtbaurat Christof Nolda. "Ich freue mich, wenn sich viele Menschen an der Diskussion beteiligen."

Veröffentlicht am:   20. 01. 2014  


Service

Social Media