„Mein Kassel – Mein Zuhause“: Stadt startet Einbürgerungsinitiative

Oberbürgermeister Hilgen mit zwei Eingebürgerten; © Stadt Kassel; Foto: Soremski
Oberbürgermeister Bertram Hilgen mit Mona Sayadi (2016 eingebürgert) und Stephen Awung (2007 eingebürgert und jetzt einer der ehrenamtlichen Einbürgerunsgberater

Von den über 200.000 Kasseler Bürgerinnen und Bürgern besitzen etwa 32.000 – also rund 16 Prozent – (noch) nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Dabei erfüllen in Kassel derzeit etwa 17.000 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft möglicherweise die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung. Denn sie haben seit mindestens acht Jahren rechtmäßig und ununterbrochen ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland. Mit einer Initiative möchte die Stadt jetzt diesen Personenkreis dafür gewinnen, die deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen.

„Viele Migrantinnen und Migranten haben sich bewusst für Deutschland und Kassel als neue Heimat entschieden“, erklärt Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen. „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben unserer Stadt. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft bieten sich ihnen zusätzliche Rechte und Möglichkeiten. Darauf möchten wir mit unserer Initiative nachdrücklich hinweisen.“ Die Einbürgerung sei zudem ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten unseres Staates.

Starten soll die städtische Einbürgerungsinitiative nach den Sommerferien. Dann erhalten die ersten der infrage kommenden Personen einen persönlichen Brief von Oberbürgermeister Hilgen sowie ein beigefügtes Informationsblatt des zuständigen Bürgeramtes mit allen wichtigen Hinweisen.

 

Weiterhin ist geplant, dass die Initiative durch einen Kreis von ehrenamtlichen Einbürgerungs-Begleitern unterstützt wird. Diese sollten gut vernetzt sein und sich mit dem Verfahren zur Einbürgerung auskennen. Die Einbürgerungs-Begleiter stehen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite, helfen den Antrag auszufüllen oder einfach bei Verständnisschwierigkeiten. Hilgen: „Der Weg zum deutschen Pass führt über manche bürokratische Hürde. Die ehrenamtlichen Einbürgerungs-Begleiter sollen helfen, diese Hürden zu überwinden. Ich würde mich freuen, wenn ich bei der jährlichen Einbürgerungsfeier der Stadt im Rathaus neben noch mehr neuen deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern auch einige ehrenamtliche Einbürgerungs-Begleiter begrüßen dürfte.“ Interessenten für die ehrenamtliche Einbürgerungs-Begleitung können sich im Zukunftsbüro der Stadt Kassel, Rathaus, Obere Königsstraße 8, Zimmer W 322, Tel. 787-2185 oder E-Mail zukunftsbuero@kassel.de melden.

Die Einbürgerung, erklärt der Oberbürgermeister, sei ein weiterer Schritt hin zur Integration. Hilgen: „Mit dem deutschen Pass erhält man alle staatsbürgerlichen Rechte, insbesondere das volle aktive und passive Wahlrecht.“ Mit der Einbürgerung könne man den Aufenthaltsort, den Wohnsitz und den Arbeitsplatz in Deutschland sowie in allen anderen Ländern der Europäischen Union frei wählen. Da zudem das aufenthaltsrechtliche Verfahren wegfalle, bedeute dies weniger Bürokratie für den Einzelnen. Auch könne man visumfrei in viele Länder auch außerhalb Europas reisen.

Wer eingebürgert werden möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen: Beispielsweise eine bestimmte Zeit rechtmäßig in Deutschland leben, den Lebensunterhalt allein bestreiten und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Oberbürgermeister Hilgen: „Wer an einer Einbürgerung interessiert ist, der wird im städtischen Bürgeramt ausführlich beraten und bei seinem Vorhaben gern unterstützt.“ Die Gebühr für einen Einbürgerungsantrag beträgt pro Person 255 Euro. Kinder unter 16 Jahren, die gemeinsam mit mindestens einem Elternteil eingebürgert werden, zahlen 51 Euro.

Beratungstermine können über die Behördenrufnummer 115 vereinbart werden.

Infos und Terminvereinbarung im Internet

 

Kontakt: Bürgeramt, Abteilung Standesamt, Rathaus, Obere Königsstraße 8, Raum H101- 103, Öffnungszeiten: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 17.30 Uhr.

Hintergrund:

Die Einbürgerungszahlen in Kassel sind leicht rückläufig. So erhielten im vergangenen Jahr nur noch knapp 500 Menschen in der Fuldastadt den deutschen Pass. Im Jahr 2014 lag die Zahl sogar noch knapp darunter. Doch etwa 17.000 der 32.000 Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft erfüllen möglicherweise die Voraussetzungen für eine Einbürgerung, insbesondere hinsichtlich der schon absolvierten Aufenthaltsdauer. Die städtische Einbürgerungsinitiative ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Gefördert wird sie im Rahmen des WIR-Programms des Landes Hessen als innovatives Projekt.

Veröffentlicht am:   30. 05. 2016  


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