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Ausstellung im Rathaus: "Die Schamzone einer Stadt"

Die Ausstellung „Die Schamzone einer Stadt“ mit Fotografien von Johannes Kühner ist bis 31. März im Rathaus in der Seitenhalle im 1. Stock zu sehen. Johannes Kühners dokumentarische Fotoserie basiert auf dem gleichnamigen Text von Christine Brückner; sie war die Stiefgroßmutter des Fotografen.

Autobahnbrücke mit Graffiti; © von Johannes Kühner

Straße mit Hecke und Wohnmobil; © von Johannes Kühner

Feld mit Haus; © von Johannes Kühner

Die Veränderung Kassels war für Christine Brückner schon 1974 spürbar. Damals beschrieb die Schriftstellerin in „Die Schamzone einer Stadt“, wie sie mit ihrer Begleitung, aller Wahrscheinlichkeit nach mit ihrem Mann Otto Heinrich Kühner, von der Karlsaue aus gen Süden wanderte. Aus dem idyllischen Park spazierten sie hinaus in „ein Niemandsland, ein Allerweltsland, eine verschwiegene Gegend, in keinem Bildband und in keinem Prospekt erwähnt.“

 

Während die Schriftstellerin ihre Stadt in Sprachbildern beschrieb, dokumentiert Johannes Kühner knapp vier Jahrzehnte später Veränderungen derselben Wegstrecke in Mittelformat-Aufnahmen. Der unmittelbare Vergleich zwischen Sprache und Fotografie zeigt, was noch ist und wie wenig über die Jahre tatsächlich der Stadtentwicklung weichen musste. In Brückners Worten: wie „die Demokratisierung einer Landschaft“ vonstatten ging.

 

Einen aktuellen Bezug haben Text und Fotos u. a. zum Langen Feld, das nun, einige Zeit nach Entstehen der Fotos, zu einem Gewerbegebiet wird. Damit verändert sich jenes „freie Feld“, von dem Christine Brückner geschrieben hatte.

 

Hintergrund
Johannes Kühner, 1982 in Stuttgart geboren, ist Redakteur und Fotojournalist. Neben seiner Tätigkeit für ein Medienunternehmen in Hannover arbeitet er als freier Autor, Journalist und Fotograf. Die Arbeit an der Serie „Die Schamzone einer Stadt“ brachte ihn 2010 und 2011 zurück an die Wirkungsstätte seiner Großeltern. „So nah bin ich ihnen nicht mehr gekommen, seit sie vor nunmehr 20 Jahren kurz nacheinander gestorben sind“, sagt Kühner. „Für mich war das Fotoprojekt auch eine Spurensuche in meiner Vergangenheit.“


Öffnungszeiten des Rathauses für Ausstellungen in der Seitenhalle

Montag: 8 bis 17 Uhr
Dienstag: 8 bis 17 Uhr
Mittwoch: 8 bis 17 Uhr
Donnerstag: 8 bis 17 Uhr
Freitag: 8 bis 15 Uhr


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