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Erster Rasengleis-Abschnitt in der Wilhelmshöher Allee vollendet

Das neue Erscheinungsbild der Wilhelmshöher Alle nimmt Gestalt an. Mit der Erneuerung der Straßenbahngleise zwischen dem Brüder-Grimm-Platz und dem Wehlheider Platz und dem Einbau eines Rollrasens mit automatischer Bewässerung sowie einer flankierenden Hainbuchenhecke hat die Verkehrs- und Sichtachse zwischen dem UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe und der Innenstadt eine deutliche Aufwertung erfahren.

 

Lob vom Welterbe-Beitrat
Die 4,6 km lange Allee ist eine Fortsetzung der Hauptsichtachse im Park und bildet die Pufferzone (Randbereich) der Welterbestätte. Die Stadt Kassel verfolgt bei der Umgestaltung eine optische Wiedereingliederung der Sichtachsen zum Park. Durch aktive Begrünung wurde in den vergangenen Monaten ein grünes Band zwischen Park und Innenstadt geschaffen. Der Welterbe-Beirat und vor allem die Monitoring-Beauftragten lobten die Umsetzung. »Die Neugestaltung ist ein international vorbildlich umgesetztes Projekt und unterstützt die Sichtbeziehung zwischen Park und Stadt,« erläuterte Dr. von Krosigk.“

Wilhelmshöher Allee mit Blick auf den Herkules, Rasengleis, Hecken und Baumallee; © Stadt Kassel; Foto: Schwab


Dauerhaftes Grün durch das automatische Bewässerungssystem

Im Zuge der Erneuerung der Straßenbahngleise hat die KVG im Auftrag der Stadt ein automatisches Bewässerungssystem eingebaut. Das Wasser für das neue Rasengleis geben im Gleisbett verlegte Bewässerungsmatten dosiert ab. In den vergangenen Wochen wurden hierfür die Vliesmatten verlegt, Rasensubstrat aufgebracht und Rollrasen aufgelegt. Die Bewässerung erfolgt direkt im Wurzelbereich und wird zentral gesteuert; bei trockener Witterung wird die Bewässerung automatisch aktiviert, bei Regenwetter unterbleibt sie. Bei Bedarf kann dem Wasser auch Dünger beigemischt werden. Insgesamt werden etwa 7.600 m2 dauerhaft begrüntes Rasengleis fertiggestellt.

Im weiteren Verlauf zwischen Wehlheider Platz und Freiherr-vom-Stein-Straße wird der Rasen auf einer Fläche von 6.400 m2 erneuert und konventionell bewässert. Wenn die KVG in diesem Abschnitt Gleise in einigen Jahren austauscht, wird auch auf diesem Abschnitt ein automatisches Bewässerungssystem eingebaut.

Blick auf die Baustelle ; © Stadt Kassel

Blick auf die Baustelle und Herkules; © Stadt Kassel


Alleencharakter für die Achse in die Innenstadt

Parallel werden neben den Gleistrassen  Hainbuchenhecken gepflanzt, die das grüne Band flankieren und optisch gliedern. Im Ersten Abschnitt von den Torhäusern am Brüder-Grimm-Platz bis zum Wehlheider Platz wurden 7.000 Heckenpflanzen gesetzt. Im weiteren Verlauf bis zur Freiherr-vom-Stein-Straße werden es insgesamt 10.200 Pflanzen sein. Nach historischem Vorbild werden ab Herbst 2017 zudem ca. 200 neue Linden den Baumbestand ergänzen, um den ursprünglichen Alleencharakter wiederherzustellen. Die drei gewählten Lindensorten sind besonders klimaverträglich und stresstolerant.

Auch die Betonmasten der Oberleitung werden nach und nach durch moderne Stahlmasten ersetzt und, quasi als vertikales Zusatzgrün, mit wildem Wein berankt.

Städtische Grünräume gewinnen an Bedeutung
„Die Wilhelmshöher Allee ist als Hauptsichtachse in Verbindung mit der bewegten Topografie einzigartig. Sie in ihrer axialen Wirkung zu stärken, ist Ziel der gestalterischen Aufwertung. Gleichzeitig wird damit ein wichtiger Beitrag zur grünen Baukultur geleistet“, macht Stadtbaurat Christof Nolda deutlich. „Städtische Grünräume gewinnen angesichts der aktuellen Probleme des Klimawandels an Bedeutung. Sie sorgen für ein besseres kleinräumiges Stadtklima, tragen zur Aufenthalts- und Lebensqualität bei und bringen mehr Flair.“ Unter diesen Aspekten sei die neugestaltete Wilhelmshöher Allee mit dem Rasengleis, den Hainbuchenhecken und dem deutlich vergrößerten Baumbestand für eine der grünsten Großstädte Deutschlands ein enormer Gewinn.

„Nach mehr als 25 Jahren war der Austausch der Gleise erforderlich“, erläutert KVG-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Maxelon. „Insofern bot es sich zeitlich ideal an, dass die Stadt Kassel für die Begrünung der Wilhelmshöher Allee die Zusage von Bundesmitteln hatte. Dadurch war es möglich, den Gleisaustausch mit dem Einbau des Bewässerungssystems und des Rollrasens miteinander zu verknüpfen.“

Der Dank der KVG gelte allen am Bau beteiligten Firmen, die „passgenau und deshalb auch exakt im Zeitplan miteinander gearbeitet haben“, so Dr. Maxelon weiter. Bemerkenswert und sehr wohltuend für alle an dem Projekt beteiligten Mitarbeiter der KVG sei vor allem auch das ausgeprägte Interesse von Anwohnern und Passanten gewesen, die immer wieder in großer Zahl Baustellen-Zaungäste waren und viele positive Rückmeldungen gaben. „Sie fanden es spannend, jede einzelne Bauetappe vom Ausbau der alten Gleise bis zum Verlegen des Rollrasens, mitverfolgen zu können. Durch die sehr gut voneinander unterscheidbaren Etappen entlang der Wilhelmshöher Allee konnten sie fast täglich miterleben, wie sich die Baustelle entwickelt und wie das grüne Band wächst. Ein großes Bauprojekt so hautnah mitzuverfolgen, dazu haben die wenigsten Kasseler Gelegenheit.“ 

Hintergrund
Das Rasengleis ist Bestandteil des Gesamtkonzeptes zur gestalterischen Aufwertung der Wilhelmshöher Allee.  Die Wilhelmshöher Allee soll städtebaulich, denkmalpflegerisch und grüngestalterisch gestärkt und als verbindendes grünes Band zwischen Bergpark und Innenstadt erlebbar gemacht werden. Sie ist als Pufferzone Teil des UNESCO Welterbes Bergpark Wilhelmshöhe.2015 wurde die Wilhelmshöher Allee als Premiumprojekt  in das Städtebauförderungsprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ des Bundes aufgenommen. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein.


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