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Wertvolles für die Grimm-Sammlung der Stadt Kassel

Einen besonderen Schatz hat die Stadt Kassel für ihre Grimm-Sammlung erworben: Fünf Handzeichnungen von Ludwig Emil Grimm aus dem Eigentum des Henschel-Museum und Sammlung e.V. hat die Stadt für 4.800 Euro angekauft.

„Lieber Onkel! ich will nach Graubünden, dann einen Theil durch die Schweitz dann mache ich kleine Abstecher auf den Rigi u Auf andere höchsten Bergspitzen, vermuthlich dan über Mailand nach Genua. Ich habe dafür gesorgt Sommer u Winter Kleidung mitzunehmen. auch sorten v dicken und dünnen Stiefeln. Flinte Perspetiv u zeichen Materialien u. s. w“

Als der Henschel-Museum und Sammlung e.V. vor einigen Jahren eine Schenkung bestehend aus Originalen unter anderem von Ludwig Emil Grimms von Werner P. Henschel (geb. 1937), dem Sohn von Oscar Robert Henschel (1899-1982, dem letzten Firmenchef des Kasseler Unternehmens Henschel) erhielt, war dies eine besondere Geste der Wertschätzung. Jetzt hat die Stadt Kassel die Gelegenheit erhalten, diese wertvollen und interessanten historischen Objekte für ihre Grimm-Sammlung anzukaufen.

Im Rahmen des dezentralen Konzeptes zum Thema "Grimm" obliegt die Sammlungsverantwortung der Stadt Kassel. Daher ist die Bewahrung, kontinuierliche Pflege und Erweiterung der Grimm-Sammlung Ziel der Stadt "Es beweist eine besondere Sensibilität und ein Verantwortungsbewusstsein des Henschel-Museums und Sammlung e.V.  im Umgang mit dem kulturellen Erbe der Familie Grimm, dass es die Kunstwerke als erstes der Stadt Kassel angeboten hat. Die Stadt gewinnt gleich doppelt: zum einen wurde die Grimm-Sammlung um besondere Stücke erweitert, zum anderen kommt  der Erlös aus dem Verkauf der weiteren Arbeit des Henschel-Museums zu Gute", sagte Dorothée Rhiemeier, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Kassel. Die Grimm-Sammlung der Stadt Kassel umfasst rund 2100 Objekte, darunter Gemälde, Grafiken und Handzeichnungen.

 „Wir wissen, dass die Handzeichnungen von Ludwig Emil Grimm bei der Stadt Kassel in guten Händen sind, dabei nicht nur die Sammlung ergänzen, sondern auch für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. Damit sind sie einer sinnvollen Nutzung zugeführt“, betonten der Vorstandsvorsitzende des Henschel Museums und Sammlung e.V., Claus-Achim Schlemper, sowie der Museumsleiter und Technische Vorstand Helmut Weich.

Da heute über Auktionen fast nur noch Einzelstücke zu erwerben sind, hat die Stadt die Chance zum Ankauf der fünf Handzeichnungen dieser Qualität gern wahrgenommen. Enthalten sind darin auch Skizzen und mögliche Vorstufen zu in der Grimm-Sammlung verwahrten Werken, so dass eine weitere Lücke in der Werkgeschichte geschlossen werden kann. Zudem geben die Objekte Einblick in die Arbeitsweise  Ludwig Emil Grimms. Interessant sind auch die Familienbildnisse, zum Beispiel seiner Schwester mit ihren Kindern, sowie ein künstlerischer Blick auf das Kassel der damaligen Zeit.

Cassel den 9ten März 1854. Zu sehen ist ein Schäfer mit Schafsweide auf einer Wiese vor Silhouette der Stadt; © Stadt Kassel Cassel den 9ten März 1854. Zu sehen ist ein Schäfer mit Schafsweide auf einer Wiese vor Silhouette der Stadt

Undatiertes Rückenbildnis zweier Paare; © Stadt Kassel Undatiertes Rückenbildnis zweier Paare

Lotte, Carl und Fritz Hassenpflug 1831“ Abgebildet sind demnach Charlotte Amalie Grimm (1793-1833, Schwester der Brüder Grimm und Ehefrau des kurhessischen Staatsministers Ludwig Hassenpflug) mit ihren Kindern Karl (1824-1890) und Friedrich (1827-1892); © Stadt Kassel Lotte, Carl und Fritz Hassenpflug 1831“ Abgebildet sind demnach Charlotte Amalie Grimm (1793-1833, Schwester der Brüder Grimm und Ehefrau des kurhessischen Staatsministers Ludwig Hassenpflug) mit ihren Kindern Karl (1824-1890) und Friedrich (1827-1892)

„Sontag Mr Land Vergnügen 1852. / Duck dich, lass vorübergahn, Das Wetter will seinen Willen han“ (altdeutsches) Sprichwort/Redewendung; © Stadt Kassel „Sontag Mr Land Vergnügen 1852. / Duck dich, lass vorübergahn, Das Wetter will seinen Willen han“ (altdeutsches) Sprichwort/Redewendung

Hintergrund
Ludwig Emil Grimm war der jüngere Bruder von Jacob und Wilhelm Grimm. Seine künstlerische Tätigkeit bestand zunächst hauptsächlich im Zeichnen, Radieren und Kopieren von Gemälden; später radierte er eigene Kompositionen, Landschaften, Tiere, häufig auch Bildnisse.

1832 wurde er Professor und Lehrer der historischen Malklasse an der „Akademie der Bildenden Künste“ in Kassel.


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