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Mitradeln: Stadt lädt zu Touren für Verkehrskonzept ein

Aktiv an der Gestaltung des Radverkehrs in Kassel beteiligen können sich die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt. Denn die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit eine Gesamtstrategie für den Radverkehr – und dabei sollen die Ideen und Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger mit einfließen. Hierfür lädt die Stadtverwaltung zu zwei Radtouren durch Kassel ein.

Die Radtouren finden am Mittwoch, 21. Juni, und am Mittwoch, 5. Juli, statt. Los geht´s jeweils um 17 Uhr. Die Radtouren dauern jeweils ungefähr zwei Stunden. Gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung und einem Gutachterteam können bis zu 20 Bürger eine Strecke von sechs Kilometern zurücklegen und so ihre persönlichen Erfahrungen und Ideen in die Arbeit am Radverkehrskonzept einbringen. Wer an einer der Radtouren teilnehmen möchte, meldet sich bei Lore Renner (lore.renner@kassel.de, Projektleitung des Radverkehrskonzeptes im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt) unter Angabe seines Namens und des gewünschten Teilnahmedatums. Nach der Anmeldung wird den interessierten Bürgern spätestens eine Woche vor dem geplanten Termin mitgeteilt, ob eine Teilnahme möglich ist. Ist das der Fall, erhalten die Teilnehmer weiterführenden Informationen zu der Radstrecke. Die Vergabe der Plätze erfolgt nach der Reihenfolge der Anmeldungen.

Hintergrund: Die Stadt Kassel hat im Herbst 2016 ein Planer-Team beauftragt, auf der Basis des vorhandenen Verkehrsentwicklungsplans (VEP 2030) und des Integrierten Klimaschutzkonzepts (IKK) eine Gesamtstrategie für den Radverkehr zu entwickeln. Die Stadt erarbeitet geeignete Maßnahmen, damit der Radverkehrsanteil bei allen Wegen in der Stadt gesteigert werden kann. Mehr Lebensqualität, bessere Erreichbarkeit und ein attraktiver Umweltverbund zählen ebenso zu den Zielen wie das Vermindern von Lärm, Stau und CO2-Emissionen. Es wurden zunächst die Ausgangssituation analysiert und alle vorhandenen Radwegeverbindungen genau unter die Lupe genommen. Auf dieser Grundlage werden für mehrere Streckenabschnitte und Knoten Maßnahmen vorgeschlagen, die beispielhaft für eine systematische Förderung des Radverkehrs in Kassel sein können. Auch Öffentlichkeitsarbeit und Information rund um das Thema Fahrradverkehr sollen weiterentwickelt werden. Das Projekt soll im Oktober abgeschlossen sein, damit die Stadtverordnetenversammlung im November darüber entscheiden kann.

Stadtbaurat Christof Nolda und städtische Radverkehrsbeauftragte Anne Grimm eröffnen die Fiedlerstraße und rollen mit dem Fahrrad über ein Fahrradpiktogramm ; © Stadt Kasel; Foto: Soremski
Vorfahrt für Radler: Eine der wichtigsten Radverkehrs-Verbindungen im Kasseler Stadtteil Nord-Holland ist jetzt eine Fahrradstraße: die Fiedlerstraße. Eröffnet wurde sie von Stadtbaurat Christof Nolda und der städtischen Radverkehrsbeauftragten Anne Grimm.


Radverkehr fördern: Fiedlerstraße jetzt Fahrradstraße

Eine der wichtigsten Radverkehrs-Verbindungen im Kasseler Stadtteil Nord Holland ist jetzt eine Fahrradstraße: die Fiedlerstraße. „Jetzt heißt es: sicherer und komfortabler durch die Nordstadt mit dem Fahrrad“, erklärt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda. „Nebeneinander fahren ist erlaubt. Das heißt auf dem Weg zur Arbeit, in die Schule oder zur Uni kann man sich bequem unterhalten.“ Bereits jetzt sind viele Radfahrerinnen und Radfahrer auf dieser städtischen Radroute 1 unterwegs. Und nicht nur der Alltags-Radverkehr profitiert von der Fahrradstraße Fiedlerstraße, sondern auch die touristischen, regionalen Radwanderwege Reinhardswaldweg und Kassel-Edersee-Weg, die dort entlang führen.

 

In der neuen Fahrradstraße dürfen auch weiterhin Autos fahren. Dies ist durch zusätzliche Beschilderung erlaubt. „Bitte verhalten Sie sich entsprechend als Gast und nehmen Sie besondere Rücksicht auf die Radfahrenden, die hier Vorrang haben“, betont Stadtbaurat Nolda. Für den Kfz-Verkehr gibt es die sehr gut ausgebauten, parallel verlaufende Holländische Straße und Bunsenstraße.

 

Grundsätzlich gilt für alle Verkehrsteilnehmer innerhalb der Fahrradstraße Tempo 30 und an Einmündungen die allgemeine Vorfahrtsregelung „rechts vor links“, wenn die Vorfahrt nicht durch andere Verkehrszeichen geregelt ist. Die Fahrradstraße wird durch Verkehrszeichen „Beginn“ und „Ende“ einer Fahrradstraße sowie große Fahrradpiktogramme gekennzeichnet.

 

„Auch die Anwohner von Fahrradstraßen haben einen Gewinn. Mit der damit einhergehenden Verkehrsberuhigung verbessert sich die Wohnqualität“, erklärt Radverkehrsbeauftragte Anne Grimm. „Bitte bedenken Sie nur, dass sich erst alle Verkehrsteilnehmer an die neue Verkehrsregelung gewöhnen müssen. Fahren Sie verständnis- und rücksichtsvoll, es wird Ihnen gedankt“.

 

Die Fahrradstraße Fiedlerstraße ist im Verkehrsentwicklungsplan Kassel 2030 als eine Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs benannt. Sie verläuft von der Hegelsbergstraße bis zur Mombachstraße auf einer Länge von 1,6 Kilometern als eine wichtige Radverkehrsverbindung im Stadtteil Nord-Holland. Zwischen Rothfelsstraße und Eisenschmiede wird die Fahrradstraße unterbrochen. Aufgrund der zu geringen Fahrbahnbreite bleibt hier der baulich angelegte stadteinwärts führende Radweg in der Einbahnstraße erhalten. Die Gesamtkosten für die Beschilderung und Markierung der Fahrradstraße liegen bei etwa 10.000 Euro. Es ist die dritte Fahrradstraße in Kassel. Die Menzelstraße in der Südstadt wurde 2009 eröffnet, gefolgt von der Blücher-/Sternstraße in der Unterneustadt im Jahr 2013. Weitere Fahrradstraßen sind in Planung.

 

 


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