Arnold-Bode-Preis 2017 geht an Olu Oguibe

Olu Oguibe; © Mathias Völzke

Olu Oguibe, Künstler der documenta 14, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2017. Das hat auf Vorschlag des Kuratoriums der Magistrat der Stadt Kassel als Vorstand der Arnold-Bode-Stiftung beschlossen.

Olu Oguibe ist Künstler, Kulturwissenschaftler und international tätiger Kurator. Nach Studium an der University of Nigeria und Promotion in London, lehrte er unter anderem am Goldsmith College in London, an der University of Illinois in Chicago und an der University of South Florida, wo er den "Stuart Golding Endowed Chair" in Afrikanischer Kunst innehatte. Seine Professur für Kunst und African-American Studies an der University of Connecticut hat er vor einiger Zeit aufgegeben, um sich ganz der künstlerischen Arbeit zu widmen. Werke von Oguibe wurden u.a. im New Yorker Whitney Museum, in der Whitechapel Gallery und dem Barbican Center in London sowie im Migros Museum in Zürich gezeigt. 2007 nahm er an der Biennale in Venedig teil – das Jahr, in dem Afrika erstmals mit einem Pavillon vertreten war.

Olu Oguibe, Jahrgang 1964, setzt sich seit fast vier Jahrzehnten Erfahrung als Konzeptkünstler und Denker mit vielseitigen Themen u.a. zu sozialen und formellen Fragen auseinander. Seine Werke wurden in Museen und Galerien in aller Welt ausgestellt und auf Biennalen und Triennalen in Venedig, Havanna, Busan und Johannesburg gezeigt. Er hat auch permanente Installationen in Deutschland, Japan und Korea geschaffen und seine Arbeiten sind in zahleiche Sammlungen eingegangen. Oguibe selbst hat Ausstellungen für verschiedene Orte wie die Tate Modern oder das Aperto der Biennale in Venedig kuratiert und seine Schriften zu Kunst, Literatur und Theorie sind in einer langen Liste von Büchern, Journalen und Magazinen erschienen. 2013 erhielt Oguibe für sein Lebenswerk den Kunstpreis des Gouverneurs von Connecticut. Er lebt und arbeitet in der Kleinstadt Rockville, Connecticut.  


Künstler der documenta 14

Oguibe hat sich in seiner Kunst immer wieder und in unterschiedlicher Weise mit Flucht und Migration beschäftigt. Für die diesjährige documenta hat er einen monumentalen Obelisken entworfen, der auf dem zentralen Kasseler Königsplatz steht. "Es ist eine Arbeit, die eines der brennenden Themen der Gegenwart aufnimmt und mit der Formgebung einen Bezug zur Geschichte herstellt", sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Obelisk auf dem Königsplatz; © Stadt Kassel; Foto: Susanne Ahrendts

Auf dem Obelisk ist die Inschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäus-Evangelium in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch zu lesen. Ein komplexes Thema wird mit einer so visuell beeindruckenden wie inhaltlich überzeugenden Klarheit auf den Punkt gebracht. "Traditionell ein herrschaftliches Zeichen, weigert sich dieser Obelisk zudem, die königliche Mitte des kreisrunden Platzes zu besetzen, und konterkariert damit subversiv jeglichen absolutistischen Machtanspruch", erläutert Prof. Heiner Georgsdorf, Vorsitzender des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung.  

Verleihung im September
Die Verleihung des Arnold-Bode-Preises soll am Sonntag, den 10. September 2017, im Rathaus stattfinden. Das Preisgeld wird von der Kasseler Sparkasse zur Verfügung gestellt.

Hintergrund
In Erinnerung an den Gründer der documenta verleiht die Arnold-Bode-Stiftung alle zwei Jahre, immer aber in einem documenta-Jahr, den Arnold-Bode-Preis.

Weitere Infos

Veröffentlicht am:   20. 06. 2017  


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