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Arnold-Bode-Preis 2017 geht an Olu Oguibe

Gruppenbild im Rathaus; © Stadt Kassel; Foto: N. Klinger
Gruppenbild zur Preisverleihung, von links: Ingo Buchholz, Prof. Heiner Georgsdorf, Stadträtin Susanne Völker, Olu Oguibe, Adam Szymczyk, E.R. Nele, Prof. Dr. Julia Voss.

Olu Oguibe, Künstler der documenta 14, hat am Sonntag, 10. September, im Kasseler Rathaus den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis 2017 erhalten.Olu Oguibe ist Künstler, Kulturwissenschaftler und international tätiger Kurator.

Nach Studium an der University of Nigeria und Promotion in London, lehrte er unter anderem am Goldsmith College in London, an der University of Illinois in Chicago und an der University of South Florida, wo er den "Stuart Golding Endowed Chair" in Afrikanischer Kunst innehatte. Seine Professur für Kunst und African-American Studies an der University of Connecticut hat er vor einiger Zeit aufgegeben, um sich ganz der künstlerischen Arbeit zu widmen. Werke von Oguibe wurden u.a. im New Yorker Whitney Museum, in der Whitechapel Gallery und dem Barbican Center in London sowie im Migros Museum in Zürich gezeigt. 2007 nahm er an der Biennale in Venedig teil – das Jahr, in dem Afrika erstmals mit einem Pavillon vertreten war.

Olu Oguibe; © Mathias Völzke

Künstler der documenta 14

Olu Oguibe, Jahrgang 1964, setzt sich seit fast vier Jahrzehnten Erfahrung als Konzeptkünstler und Denker mit vielseitigen Themen u.a. zu sozialen und formellen Fragen auseinander. Seine Werke wurden in Museen und Galerien in aller Welt ausgestellt und auf Biennalen und Triennalen in Venedig, Havanna, Busan und Johannesburg gezeigt. Er hat auch permanente Installationen in Deutschland, Japan und Korea geschaffen und seine Arbeiten sind in zahleiche Sammlungen eingegangen. Oguibe selbst hat Ausstellungen für verschiedene Orte wie die Tate Modern oder das Aperto der Biennale in Venedig kuratiert und seine Schriften zu Kunst, Literatur und Theorie sind in einer langen Liste von Büchern, Journalen und Magazinen erschienen. 2013 erhielt Oguibe für sein Lebenswerk den Kunstpreis des Gouverneurs von Connecticut. Er lebt und arbeitet in der Kleinstadt Rockville, Connecticut.  

Oguibe hat sich in seiner Kunst immer wieder und in unterschiedlicher Weise mit Flucht und Migration beschäftigt. Für die diesjährige documenta hat er einen monumentalen Obelisken entworfen, der auf dem zentralen Kasseler Königsplatz steht.

Auf dem Obelisk ist die Inschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäus-Evangelium in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch zu lesen. Ein komplexes Thema wird mit einer so visuell beeindruckenden wie inhaltlich überzeugenden Klarheit auf den Punkt gebracht. "Traditionell ein herrschaftliches Zeichen, weigert sich dieser Obelisk zudem, die königliche Mitte des kreisrunden Platzes zu besetzen, und konterkariert damit subversiv jeglichen absolutistischen Machtanspruch", so Prof. Heiner Georgsdorf, Vorsitzender des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung.  

In Erinnerung an den Gründer der documenta verleiht die Arnold-Bode-Stiftung alle zwei Jahre, immer aber in einem documenta-Jahr, den Arnold-Bode-Preis.

Weitere Infos

Obelisk auf dem Königsplatz; © Stadt Kassel; Foto: Susanne Ahrendts


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