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Kulturstadt Kassel erhält 2017 viel Anerkennung

Porträtfoto Susanne Völker; © Stadt Kassel; Foto: Soremski Kulturdezernentin Susanne Völker

“Zahlreiche Anerkennungen gab es in 2017 für die Kasseler Kultur in Form von Preisen und Auszeichnungen, und auch in der Stadt Kassel wurden zahlreiche Würdigungen verliehen.“ Seit vier Monaten im Amt, hat Kulturdezernentin Susanne Völker jetzt auf das Gesamtjahr zurückgeblickt und eine Bilanz der Erfolge der Kasseler Kulturschaffenden auch jenseits der vielbeachteten Großevents documenta 14 gezogen.

Einen großen, internationalen Erfolg konnte Susanne Pfeffer, die bisherige Direktorin des Fridericianums, mit dem Deutschen Pavillon erlangen, den sie im Auftrag der Bundesregierung für die Venedig Biennale 2017 kuratierte. Pfeffer und die Künstlerin Anne Imhof erhielten dafür den Goldenen Löwen als bester nationaler Beitrag.

Preise für Kassel
Der Deutsche Theaterpreis des Jahres 2017, „Der Faust“ für die herausragende deutsche Schauspielproduktion, ging an Johanna Werner für ihre Inszenierung der Sophokles Tragödie „Die Orestie“ im Staatstheater Kassel – ein Erfolg für die Regisseurin, aber auch für das Haus und das Schauspielensemble.

Schon seit Jahren sind die Bali-Kinos und der Filmladen vielfach ausgezeichnete Preisträger. In diesem Jahr waren es der Kinopreis des Landes Hessen und der Kinoprogrammpreis des Landes Hessen und des Bundes für ihr Allgemeines Filmprogramm sowie für das Bali-Kino der Kinoprogrammpreis des Landes Hessen und des Bundes für das Dokumentar-Filmprogramm. Ferner wurden die Bali Kinos und Filmladen -ebenso wie die Cineplex-Kinos der Region – vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, im Rahmen des Preises für nachhaltiges Kino gewürdigt.

Der „APPLAUS Preis“ des Kategorie I der „Initiative Musik“ wurde im Oktober 2017 dem von Markus Knierim geleiteten Theaterstübchen für sein kulturell herausragendes Programm im Jahr 2016 zuerkannt. Voraussetzung für die von Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, verliehene und mit 40 000 Euro dotierte Auszeichnung ist ein Programm mit mindestens 104 Konzerten im Jahr.

Auch die Goldgrube, bereits im Vorjahr unter den Preisträgern, erhielt den APPLAUS in der Kategorie II (20.000 Euro) für Spielstätten mit mindestens 52 Konzerten im Jahr.

Studierende und Absolventen der Kunsthochschule Kassel gewannen zahlreiche nationale und internationale Preise in den Bereichen Film und Design.

Einen Sonderpreis im Rahmen des Tourismuspreises 2017 der GrimmHeimat NordHessen erhielt die GRIMMWELT Kassel mit der Begründung der Jury: „Das architektonisch und inhaltlich herausragendes Ausstellungshaus hat Weltformat und lenkt die Aufmerksamkeit der Touristen nicht nur auf Kassel, sondern auf die gesamte GrimmHeimat und Nordhessen.“

Für „ein stimmiges Marketingkonzept in mehrfach preisgekrönter Architektur“ erhielt das 2015 eröffnete Haus nun auch den 12. Nordhessischen Marketingpreis des Marketingclubs Nordhessen. Als Arbeitgebermarke in der Rubrik „Excellence in Brand Strategy, Management and Creation“ erhielt die GRIMMWELT eine „Special Mention“ im Rahmen des German Brand Awards 2017.

; © Stadt Kassel; Foto: N. Klinger
Der Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel ging in diesem Jahr an Olu Oguibe

Preise aus Kassel

Der mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel, der seit 1980 an Künstlerinnen und Künstler in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen für die Kunst der Gegenwart verliehen wird, ging in diesem Jahr an den Künstler, Kulturwissenschaftler und international tätiger Kurator Olu Oguibe. Auf der diesjährige documenta 14 war er mit einem Obelisken auf dem zentralen Kasseler Königsplatz vertreten.

Den hochrangigen „Kasseler Bürgerpreis Glas der Vernunft“ erhielt 2017 die deutsche Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ in einer bewegenden Veranstaltung im Staatstheater Kassel für ihr außergewöhnliches humanitäres Engagement. Das Glas der Vernunft ist mit 10.000 Euro dotiert und wird ausschließlich durch private Spenden finanziert. Zum Preisgeld erhält der Preisträger eine von dem Kasseler Kunstprofessor Karl Oskar Blase gestaltete Skulptur.

An die Schriftstellerin Karen Duve wurde der Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor (10.000 Euro) der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel verliehen. „Der Preis zeichnet eine Autorin aus, deren Schreibkunst schon seit den frühen Erzählungen das Komische vielseitig, interessant und auch riskant gestaltet“ heißt es unter anderem in der Jurybegründung. Den mit 3.000 Euro dotierten „Förderpreis Komische Literatur“ erhielt Ferdinand Schmalz für seine „Freude an der Verknüpfung des Banalen mit dem Existenziellen, an Gesellschaftskritik mit ausgeklügeltem Kalaueralarm und am lustvoll komischen Spiel mit Sprachbildern und ihrer Auflösung“ – so die Begründung des Stiftungsrats.

Der Kulturförderpreis des Stadt Kassel ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen in Höhe von 2.500 Euro an die Kulturschaffenden ViKoNauten e.V., Die Lage sowie den Klang Keller e.V. Den Sonderpreis erhielten die Evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte an der Martinskirche und die katholische Pfarrei St. Elisabeth.

Den in Kassel verliehenen Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache der Eberhard-Schöck-Stiftung und des Vereins Deutsche Sprache e.V. erhielt Professor Dr. Norbert Lammert, bis Herbst 2017 Präsident des Deutschen Bundestages, für „die Kunst seiner politischen Rede, für seinen Einsatz für die sprachliche Kultur sowie für die Diskussionskultur und die Qualität seiner Zitate“.

Gewinner des 6. Nordhessischen Autorenpreis, der im November der Verein Nordhessischer Autorenpreis verlieh, waren Marko Scholz, Thomas Beckmann, Malte Abraham und Martin Piekar.

Logo des Kulturhauptstadtbüros; © Stadt Kassel

Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025

„Kassel hat in seiner Gesamtentwicklung in den vergangen Jahren ein gutes Tempo vorgelegt. Unsere Stadt bietet auch kulturell das Potential für einen nachhaltigen Veränderungsprozess. Eine jetzt in Arbeit befindliche Kulturkonzeption wird dazu die Tiefenschärfe entwickeln und Weichenstellungen für zukünftige Maßnahmen, Formate, Instrumente und Kooperationen benennen“, sagte Kulturdezernentin Völker.

Die Kulturkonzetion ist auch Teil der Vorbereitungen zur Bewerbung Kassels als Kulturhauptstadt Europas 2025, die in 2017 intensiviert wurden. Nach dem erfolgreichen Fest zum öffentlichen Auftakt unter dem Motto „REISEZIEL: Europa“ im Kulturbahnhof, zu dem rund 500 Bürgerinnen und Bürgergekommen waren, startete am 9. November die Stadtteiltour „Kulturhauptstadt on the Road“ der Kulturhauptstadtteams, die nach vier Stationen in 2017 auch in 2018 fortgesetzt wird. Im Rahmen dieser Informations-Tour durch die Kasseler Stadtteile finden in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den Ortsbeiräten und Stadtteilzentren Gespräche und Infoveranstaltungen statt.

Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung wird voraussichtlich Ende 2018 endgültig über die Einreichung der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 entscheiden. Das Anforderungsprofil der Europäischen Union für eine Bewerbung fordert langfristige interdisziplinär wirkende Visionen, die sich neben anderen aus den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft, Gesundheit, Soziales, Politik und Stadtplanung zusammensetzen und eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen.


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