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Ersatzkassen und Stadt Kassel machen sich für Alleinerziehende stark

In Kassel ist ein neues Präventionsprojekt zur Gesundheitsförderung und Prävention bei Alleinerziehenden gestartet. Kooperationspartner sind im Besonderen der Magistrat der Stadt Kassel, der Verband der Ersatzkassen e. V., Landesvertretung Hessen, mit seinen Mitgliedskassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse – KKH, Handelskrankenkasse (hkk) und der HEK - Hanseatische Krankenkasse sowie die Walter Blüchert Stiftung.

; © Stadt Kassel
Auftakt Präventionsprojekt für Alleinerziehende: von links: Prof. Dr. Gunter Thielen (Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung), Claudia Ackermann (Leiterin der vdek Landesvertretung Hessen), Stefan Grüttner (Hessischer Minister für Soziales und Integration und Schirmherr des Projekts), Anne Janz (Gesundheitsdezernentin Stadt Kassel), Prof. Dr. Matthias Franz (Universität Düsseldorf)

Das gemeinsame Projekt „Präventionsangebote und Unterstützung im Lebensraum für Alleinerziehende“ steht unter der Schirmherrschaft des hessischen Staatsministers für Soziales und Integration, Stefan Grüttner.

„Um Alleinerziehende angemessen und zielgenau zu unterstützen, ist es notwendig und sinnvoll, dass sich verschiedene Akteure in einem Unterstützungsnetzwerk kontinuierlich und systematisch über eine koordinierte Hilfe verständigen, abgestimmt arbeiten und Ideen zur Weiterentwicklung des Hilfeangebotes diskutieren“, lobt Familienminister Stefan Grüttner das Kasseler Präventionsprojekt.

Mit Unterzeichnung des Kooperationsvertrages geht damit erstmalig in Hessen ein großes, kassengemeinsames Präventionsprojekt für eine sozial benachteiligte Zielgruppe in der Lebenswelt Kommune in Umsetzung des Präventionsgesetzes an den Start. Die Ersatzkassen vertreten in Hessen fast die Hälfte aller gesetzlich Krankenversicherten.

Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf

Zu den Hintergründen des Projektes: Alleinerziehende leben in einem Spannungsfeld zwischen Familie und Beruf. Auf der einen Seite stehen die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse der Kinder, auf der anderen Seite nicht selten existenzielle Fragen zur finanziellen Absicherung, verbunden mit einem hohen Armutsrisiko und oft auch erhöhten psychosozialen und gesundheitlichen Risiken. Sowohl häufig unterbrochene Berufsbiografien als auch fehlende bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote erschweren zusätzlich den Zugang für einen (Wieder-)Einstieg in die Erwerbstätigkeit.

„Es ist wichtig, dass wir alleinerziehenden Müttern und Vätern, die alleine alle familiären Herausforderungen meistern müssen und oft noch zusätzlich mit Problemen im beruflichen Kontext konfrontiert werden, die Unterstützung geben, die sie brauchen und die ihnen weiterhilft. Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention sind dafür besonders geeignet. Hier setzt das ersatzkassengemeinsame Projekt gemeinsam mit der Stadt Kassel mit passgenauen Angeboten an“, so Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen.

„Alleinerziehende stehen mit vielen Fragen des Familienlebens, der Erziehung der Kinder, der Existenzsicherung und der Alltagsorganisation weitgehend alleine da. Die eigenen Bedürfnisse und das eigene Wohlbefinden kommen da oft an letzter Stelle. Alleinerziehende sind deshalb nicht nur überproportional häufig von Armut betroffen, sondern auch von gesundheitlichen Risiken. Darum ist es wichtig, die Lebenssituation von Alleinerziehenden vor Ort mit Präventions- und Unterstützungsangeboten zu verbessern. Ich freue mich, dass wir jetzt gemeinsam mit dem Verband der Ersatzkassen e.V. und zwei Kasseler Familienzentren, ein Präventionsangebot auf die Beine stellen können, das auf die Situation von Alleinerziehenden zugeschnitten ist und ganz konkrete Hilfestellungen für die Bewältigung ihres Alltags bietet,“ so Anne Janz, Gesundheitsdezernentin der Stadt Kassel.

Belastende Situation

Das neue Präventionsprojekt ist ein Angebot speziell für alleinerziehende Mütter und Väter, die sich in einer belastenden Situation Unterstützung wünschen. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau eines lokalen Netzwerks zur Ermittlung von Bedarfen und Entwicklung von passgenauen Angeboten und Informationsmaterialien. In den beiden Kasseler Familienzentren wird als wichtiger Baustein das Programm „wir2“ der Walter Blüchert Stiftung angeboten. Hier sollen Probleme und Belastungen angesprochen sowie Strategien und Techniken erlernt werden, um belastende Lebens- und Alltagssituationen besser bewältigen und gesundheitlichen Risiken präventiv und nachhaltig entgegen wirken zu können.

Prof. Dr. Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung: „Das wir2 Bindungstraining hilft besonders geforderten Alleinerziehenden, den Alltag zu bewältigen und das Familienleben trotz vieler Herausforderungen harmonisch zu gestalten. Die positive Wirkung von wir2 auf das Wohlbefinden der Alleinerziehenden und ihrer Kinder ist wissenschaftlich erwiesen. wir2 erfüllt die Anforderungen des Präventionsgesetzes und reduziert die erhöhten Gesundheitsrisiken bei Alleinerziehenden nachhaltig. Damit entspricht unser Programm den Zielen dieses Pilotprojekts zur Prävention und Gesundheitsförderung bei Alleinerziehenden auf hervorragende Weise und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel und dem vdek.“

Darüber hinaus ist das Präventionsprojekt mit den Aktivitäten des Jobcenters für arbeitssuchende Alleinerziehende verknüpft. Das Jobcenter Kassel bietet Maßnahmen zur (Wieder-) Eingliederung in die Arbeitswelt oder Ausbildung und bedarfsorientierte Unterstützungsangeboten für die Kinderbetreuung in Randzeiten an.


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