Einbürgerungen in Kassel: Rund 570 Menschen erhielten 2017 den deutschen Pass


Oberbürgermeister Christian Geselle hieß die neuen deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger willkommen.

567 Frauen und Männer aus 91 Nationen haben im vergangenen Jahr in Kassel die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Der größte Teil der eingebürgerten Menschen stammt aus der Türkei (91), dahinter folgen 46 Personen aus Afghanistan und 44 aus Polen. Damit sind die Einbürgerungszahlen in Kassel leicht angestiegen, nachdem im Jahr 2016 in der nordhessischen Metropole 547 Menschen einen deutschen Pass erhalten haben.

Bei der traditionellen Einbürgerungsfeier der Stadt Kassel im Rathaus begrüßte Oberbürgermeister Christian Geselle gemeinsam mit Bürgermeisterin Ilona Friedrich die anwesenden neuen deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger: „Mit diesem kleinen Empfang möchten wir Ihnen zeigen, wie viel uns daran liegt, dass Sie sich in unserem Land gut aufgenommen und in Kassel zu Hause fühlen.“

Eine Einbürgerung sei mehr als ein bürokratischer Akt, sagte Geselle weiter. Hinter diesem Verfahren stecken vor allem ein menschliches Schicksal und eine ganz grundsätzliche Entscheidung. „Sie haben sich bewusst für Deutschland entschieden. Mit der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft bekennen Sie sich nicht nur zu diesem Land, sondern auch zu den Grundwerten unserer Verfassung und unserer Demokratie. Sie wollen dazugehören mit Brief und Siegel. Mit allen Rechten und Verpflichtungen, die deutschen Staatsbürgern vorbehalten sind.“

Gleichzeitig machte der Oberbürgermeister deutlich, dass die neue Staatsbürgerschaft nicht bedeute, die Herkunft zu leugnen oder die kulturellen und religiösen Traditionen aufgeben zu müssen. Allerdings sei der wichtigste Baustein für Integration das Erlernen der deutschen Sprache - egal in welchem Alter, ob als Kind oder Erwachsener. Geselle: „Wer ausgegrenzt bleibt, weil er sich nicht verständigen kann, der fühlt sich auch mit einem deutschen Pass nicht heimisch.“

Zum Abschluss seiner Rede verwies Oberbürgermeister Geselle zudem auf die vor zwei Jahren gestartete Einbürgerungsoffensive der Stadt Kassel. Er ermutigte auch andere Menschen aus Kassel mit ausländischer Staatsbürgerschaft, die möglicherweise die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, sich im städtischen Bürgeramt beraten zu lassen. Geselle: „Die Botschaft ‚Wir wollen dich als gleichberechtigten Mitbürger!‘ ist für viele wichtig. Dies möchten wir mit unserem Konzept deutlich zum Ausdruck bringen.“

Modalitäten der Einbürgerung

Wer eingebürgert werden möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen: Beispielsweise seit mindestens acht Jahren rechtmäßig in Deutschland leben, den Lebensunterhalt allein bestreiten und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Die Gebühr für einen Einbürgerungsantrag beträgt pro Person 255 Euro. Kinder unter 16 Jahren, die gemeinsam mit mindestens einem Elternteil eingebürgert werden, zahlen 51 Euro.

Beratungstermine können über die Behördenrufnummer 115 oder die Internetseite http://stadt.serviceportal-kassel.de/einbuergerung vereinbart werden. Kontakt: Bürgeramt, Abteilung Standesamt, Rathaus, Obere Königsstraße 8, Raum H101-103, Terminsprechzeit: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 17.30 Uhr.

 

Veröffentlicht am:   26. 02. 2018  


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