Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Umbau der Königsstraße

1. Warum wird in der Königsstraße überhaupt gebaut?

Die vorhandenen Oberflächen sind  in Teilabschnitten sehr mangelhaft; verursacht durch Frosteinwirkungen, Verkehrsbelastung bei Veranstaltungen und Entwässerungsproblematik entsteht immer wieder erheblicher Wartungsaufwand  oder laufend hoher Reparaturbedarf, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Eine grundhafte Erneuerung einschließlich des Unterbaus ist daher notwendig und sinnvoller als regelmäßiges Ausbessern der Oberflächen.
Zusätzlich besteht umfangreicher Erneuerungs- und Reparaturbedarf für Kanal und Leitungsnetz.
Auch bei den Lampen besteht Erneuerungsbedarf. Die Lampen in der Oberen Königsstraße sind abgängig und können nicht mehr nachbeschafft werden, auch die übrigen Lampen lassen sich nicht auf eine energiesparende Technik umrüsten.

 

2. Wo genau wird gebaut?

Gebaut wird in der Fußgängerzone zwischen Am Stern und Wilhelmsstraße, genauer: in der Unteren Königsstraße zwischen Am Stern und Königsplatz einschließlich der Gasse zum historischen Druselturm;
In der Oberen Königsstraße zwischen Königsplatz und Wilhelmsstraße einschließlich der Fläche vor der Treppenstraße;
Auch wird die Terrassenfläche mit dem Baumhain am Friedrichplatz saniert. Bei der Konkretisierung der Planung hat sich gezeigt, dass für diesen zentralen Ort der Innenstadt mehr räumliche Qualität möglich und erforderlich ist. Daher wird hier jetzt auch das Endstück der Friedrichsplatzrandstraße neben dem Gastronomiebetrieb „Alex“ in den Umbau einbezogen. Die Taxistellplätze und der weitere Verlauf der Randstraße sind davon nicht berührt.
Die Beleuchtung wird in der gesamten Königsstraße vom Rathaus bis zum Stern erneuert.

 

3. Warum werden Königsplatz, Opernplatz und der Bereich vor dem Rathaus nicht ebenfalls modernisiert?

Der Königsplatz ist in bereits hochwertig gestaltet und in einem guten Zustand, hier besteht kein Handlungsbedarf. Auch auf dem Opernplatz ist die Oberfläche noch in gutem Zustand, daher besteht ebenfalls kein sofortiger Handlungsbedarf. Aus städtebaulichen Gründen Bedarf es einer eigenständigen Betrachtung des Opernplatzes, der in Zukunft wieder stärker als eigener Platzbereich neben der Königsstraße wahrnehmbar werden und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt umgestaltet werden soll.
Der Bereich vor dem Rathaus im Abschnitt zwischen Wilhelmsstraße und Fünffensterstraße ist baulich noch in gutem Zustand, zudem sind hier noch keine Kanal- und Leitungserneuerungen notwendig. Für eine rein gestalterische Erneuerung ist zurzeit keine Finanzierung vorhanden. Eine Erneuerung ist langfristig in Verbindung mit einer dann notwendigen Erneuerung der Straßenbahngleise vorgesehen.

 

4. Warum wird das Pflaster zwischen den Straßenbahngleisen nicht erneuert?

Das Pflaster zwischen den Gleisen wird zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit einer dann erforderlichen Erneuerung der Gleise ausgetauscht und im Farbbild an die neuen Seitenflächen angepasst. Würden die Gleisflächen jetzt mit erneuert, müssten sie in der Oberen Königsstraße bereits 10 Jahre später wieder gemeinsam mit dem Austausch der Gleise erneut ausgetauscht werden, wodurch deutliche Mehrkosten entständen. Auch in der Unteren Königsstraße beträgt die Zeitspanne nach Beendigung des Umbaus bis zum geplanten Austausch der Gleise gut 10 Jahre.

 

5. Wird sich auch optisch etwas verändern?

Das Erscheinungsbild der Fußgängerzone wird sich ändern. Erstmals erhält die Obere Königsstraße einen vom Erscheinungsbild her einheitlichen, großzügig wirkenden Belag anstelle der heute vorhandenen vielfachen Musterwechsel. Lediglich der Abschnitt am Rathaus wird zunächst zurückgestellt, soll aber später auch angepasst werden. Die Untere Königsstraße erhält den gleichen Belag wie die Obere Königsstraße, so dass zukünftig beide Abschnitte der Fußgängerzone als zusammengehöriger Straßenzug wahrnehmbar werden. Die Fläche am Fuß der Treppenstraße wird nicht mehr als Teil der Königsstraße gestaltet, sondern durch entsprechende Materialwahl als Bestandteil und Auftakt der Treppenstraße wahrnehmbar gemacht.
Als deutliche räumliche und gestalterische Veränderung wird zudem der Wechsel von Standleuchten zu einer hängenden Beleuchtung und der Einbau von einzelnen Bänken in der Königsstraße wirksam werden. In der Unteren Königsstraße kommt als deutliche Qualitätsverbesserung eine Baumreihe hinzu.

 

6. Wie soll der Belag der Königsstraße künftig aussehen?

Der Belag ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die bei der Sanierung der Königsstraße getroffen werden müssen. Nicht nur wegen der hohen Anforderungen an seine Funktionalität, sondern auch weil er - ähnlich wie ein Bodenbelag zu Hause – wesentlich den Raumeindruck bestimmt. Die Königsstraße soll zukünftig einen als einheitliche Fläche wirkenden Belag aus eher dunklen unterschiedlichen Grautönen erhalten. Der intensiven Beteiligungsprozess zur ersten Planungsstufe im Herbst des letzten Jahres hatte zum Ergebnis, dass auf starke und auffällige Musterungen bewusst verzichtet werden soll und ein Farbton im Anklang an den für Kassel typischen Basalt gewählt wird. Mit drei unterschiedlichen Grautönen soll eine ruhige, aber dennoch lebendige Oberflächenwirkung erreicht werden, die das lange Band der Königsstraße dezent in Szene setzt. Die seitlichen Laufbereiche werden zum Gleisfeld durch ein deutlich helleres Pflasterband mit rauer Oberfläche getrennt. Diese beidseitigen Längsbänder nehmen den Charakter der Straßenachse gestalterisch auf und bieten gleichzeitig allen Nutzerinnen und Nutzern die wichtige Information, wo der Bewegungsraum der Straßenbahn beginnt. Dies schafft erhöhte Sicherheit. Die Stadt prüft derzeit in mehreren Bemusterungsschritten in Kooperation mit den später für die Pflege zuständigen Stadtreinigern verschiedene zur Auswahl stehende Platten auf ihre funktionale und optische Qualität.

 

7. Warum hat man sich für einen eher dunkelgrauen Belag entschieden?

Der für die Königsstraße geplante graue Grundton bezieht sich auf einen in Kassel auch historisch vorhandenen Straßenbelag aus Basalt. Für das vielfältige und eher bunte Fassadenbild der Königsstraße soll der dunklere Straßenbelag eine verbindende und das Straßenbild optisch tragende Basis schaffen. Ein dunkler Farbton wirkt dabei edler als ein heller Grauton und ist zudem deutlich unempfindlicher gegen Verschmutzungen.

Die Königsstraße soll gestalterisch hervorgehoben und als zentrale Achse betont werden, gleichzeitig aber nicht durch einen völlig anderen Belag als optischer Fremdkörper in der Innenstadt wirken.

 

8. Warum nimmt man nicht größere Plattenformate?

In der Fußgängerzone sollen Platten in dem in Kassel vielfach verwendeten Format 30 x 30 cm verlegt werden. Nach mehreren Reihen dieser Platten ist jeweils ein schmaleres Plattenband als Akzent im Fugenbild vorgesehen. Mit dieser Plattenauswahl ist ein ansprechendes und gestalterisch zurückhaltendes Erscheinungsbild der Fußgängerzone möglich.

Mit der Wahl größerer Platten wäre es möglich, das Erscheinungsbild noch hochwertiger zu gestalten. Hier würden aber die funktionalen Anforderungen der Königsstraße zu erheblich höheren Kosten führen. Da die Fußgängerzone der zentrale Ort für Veranstaltungen, Märkte wie das Stadtfest und den Weihnachtsmarkt ist, werden die Beläge regelmäßig durch Schwerverkehr (Aufbau von Bühnen, Fahrgeschäften u. ä.) belastet. Dies erfordert bei größeren Plattenformaten aufgrund der Bruchgefahr nicht nur deutlich dickere Platten (und einen entsprechend höheren Verlegeaufwand), sondern auch einen deutlich umfangreicheren Unterbau.

 

9. Wird es auch Sitzbänke geben?

Mit dem Wechsel von den heutigen Standleuchten zu einer hängenden Beleuchtung ist zusätzlicher Platz entstanden, um zukünftig eine Reihe von Bänken in der Königsstraße anbieten zu können. Diese Bänke sind ein wohnliches Element in der im Charakter eher nüchternen Fußgängerzone und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Sie sind nicht zuletzt im Blick auf die zunehmende Altersentwicklung der Gesellschaft ein wichtiges Zukunftsangebot und laden zur kurzen Rast im Trubel der Innenstadt ein.

Als ein besonderes, sich eher an Jugendliche richtendes Angebot werden zwei breitere– von den Planern „Chillecken“ genannte – Bänke in der Unteren Königsstraße gegenüber des CityPoint und in der Oberen Königsstraße am Rand des Friedrichsplatzes aufgestellt. Dieses Angebot folgt der Nachfrage von Jugendlichen, von denen sich viele häufig und gerne in der City aufhalten und treffen.

 

10.Gibt es künftig Bäume in der Königsstraße?

Die Breite der Unteren Königsstraße macht es möglich, hier trotz zahlreicher Leitungen im Untergrund zukünftig auf einer Straßenseite eine Reihe von rund 10 – 12 Bäumen zu pflanzen. Vorgesehen sind schlanke, hochwachsende Straßenbäume, die nicht in den Fahrraum der Straßenbahn eingreifen und das Straßenbild und die Aufenthaltsqualität erheblich aufwerten werden.

In der Oberen Königsstraße erlaubt es die geringere Straßenbreite in Verbindung mit den unterirdischen Leitungen nicht, Bäume zu pflanzen. Allerdings würden Bäume hier auch nicht dem Charakter des historisch als „steinerne Achse“ gebauten barocken Straßenzugs entsprechen. Kennzeichnend für das Bild der Oberen Königsstraße ist das räumliche Wechselspiel des eher engen, baumlosen Straßenzugs mit den großzügigen und mit Bäumen bepflanzten Platzräumen Königsplatz, Friedrichsplatz, Opernplatz und Brüder-Grimm-Platz.

 

11. Warum müssen die Bäume des Baumhains am Friedrichsplatz erneuert werden?

Die Bäume auf der Friedrichsplatz-Terrasse wurden auf dem Dach der Tiefgarage ohne größeren Wurzelraum gepflanzt und befinden sich in deutlich schlechtem Zustand. Der Baumhain muss daher grundsätzlich neu aufgebaut werden, um den Bäumen zukünftig eine gute Entwicklungsmöglichkeit zu geben. Dazu gehören in Zukunft ein größerer Abstand der einzelnen Bäume untereinander und ein automatisches, unterirdisches Bewässerungssystem in Verbindung mit ausreichendem Raum für die Wurzelentwicklung. Es ist zusätzlich vorgesehen, die erste Baumreihe etwas stärker an die Königsstraße heranzurücken in die hier vorhandene Gebäudeflucht. Dadurch werden die Bäume im Straßenbild der ansonsten baumlosen Königsstraße stärker sichtbar und binden gleichzeitig das „Alex“-Gebäude optisch stärker in den Baumhain ein, da die erste Baumreihe zukünftig vor dem Gebäude verläuft.

Insgesamt wird der Kopfbereich des Friedrichsplatzes mit dieser grundlegenden Neugestaltung in seiner Bedeutung als zentraler Anlaufpunkt der Innenstadt und Aushängeschild Kassels gestärkt und aufgewertet.

 

12. Warum sollen die „Bischofsstab“ genannten Laternen durch eine abgehängte Beleuchtung ersetzt werden?

Nicht nur die sogenannten Bischofsstäbe, sondern alle in der Oberen Königsstraße vorhandenen Straßenlaternen haben eine stark veraltete Technik. Ersatzteile sind nicht mehr lieferbar und eine Umrüstung auf die energiesparende LED-Technik ist nicht möglich. Ein Ersatz ist daher unumgänglich. Im Laufe der Planungsdiskussion wurde die Frage geprüft, ob neue Standleuchten oder eine hängende Beleuchtung die beste Lösung sind. Die Entscheidung fiel, auch aus Gründen der gewünschten Raumwirkung und der Sicherheit, für die vorteilhaftere hängende Beleuchtung.

 

13. Wie funktioniert die abgehängte Beleuchtung?

Im Straßenraum werden pro Aufhängung jeweils zwei Leuchten mit LED-Technik in etwa 9 m Höhe über der Straße hängen. Die Aufhängung wird, ebenso wie das heute bereits bei den Fahrleitungen der Straßenbahn der Fall ist, an den Gebäuden angebracht. Die hängende Beleuchtung ermöglicht es, den Straßenraum zukünftig einschließlich der Fassaden auszuleuchten und damit eine stärkere räumliche Lichtwirkung zu erzeugen als dies mit niedrigen Standleuchten möglich ist. Auch wird dadurch die Erkennbarkeit von Personen, Farben und Gesichtern, einhergehend mit einem höheren Sicherheitsgefühl, deutlich verbessert.

Am Tag gewinnt die Fußgängerzone ohne Standleuchten deutlich an Raumwirkung und Bewegungsfläche. Der eher enge Straßenraum der Oberen Königsstraße wird optisch breiter und bietet zusätzlich auch noch den Platz für ein paar einladende Bänke. Die Standleuchten sind zudem ein Hindernis für Veranstaltungen in der City und werden häufig beim Aufbau von Buden, Bühnen und Fahrgeschäften durch Fahrzeuge beschädigt.

Für die Kaufleute der Innenstadt bietet die hängende Beleuchtung die Möglichkeit, die neue Aufhängung auch für eine neue, energiesparende Weihnachtsbeleuchtung zu nutzen.

 

14. Beeinträchtigt die neue Straßenbeleuchtung nicht den Blick auf das abends angeleuchtete Landesmuseum am Brüder-Grimm-Platz?

Nein, diesen Punkt hat die Stadt frühzeitig prüfen lassen. Die hängenden Leuchten beeinträchtigen weder nachts noch am Tag die für die stadträumliche Wirkung zentrale Sichtachse auf das Landesmuseum.

 

15. Wann beginnen die Bauarbeiten?

Der Baubeginn in der Unteren Königsstraße ist für Montag, den 3. August vorgesehen. Die erste Bauphase bis Mai 2016 ist der Leitungsbau. Die Städtische Werke Netz+Service GmbH erneuert in diesem Zeitraum Strom, Gas- und Wasserleitungen und die Fernmeldetechnik im Untergrund der Fußgängerzone.

Ab Mai 2016 beginnt die Stadt mit der grundhaften Erneuerung des Unterbaus und dem Neubau der Oberflächen.

Details zum Bauablauf mit Bauphasenplänen: Internetseite

 

16. Sind die Geschäfte dann noch zu erreichen?

Für Kunden und Anwohner bleiben alle Haus- und Geschäftseingänge zugänglich. Behinderungen, Lärm und Schmutz lassen sich leider nicht vollständig vermeiden, durch gezielte Steuerung der Bauabläufe werden die Beeinträchtigungen aber auf ein Minimum reduziert. Ziel ist es, allen Kunden und Gästen trotz der Baustelle einen möglichst ungestörten Aufenthalt in der City zu ermöglichen.

 

17. Wann ist der Umbau beendet?

Bis Mai 2017 sollen die Arbeiten in der Unteren Königsstraße insgesamt abgeschlossen sein - rechtzeitig vor der documenta. Die Neugestaltung der Oberen Königsstraße ist anschließend ab 2018 vorgesehen und wird voraussichtlich etwa 2 bis 3 Jahre dauern. Eine konkrete Planung für den Bauablauf wird rechtzeitig vor Baubeginn bekannt gegeben.

 

18. Warum nimmt man die Straßenbahn nicht aus der Königsstraße heraus und macht diese zu einer echten Fußgängerzone?

Das ist ein umstrittenes Thema: Es gibt immer wieder Forderungen, die Straßenbahn aus der Königsstraße herauszunehmen. Es gibt aber auch viele Menschen, die es wichtig finden, dass sie mit der Straßenbahn die Einkaufsmeile Königsstraße direkt erreichen können. Fakt ist: Die KVG benötigt zwei Tram-Strecken durch die Innenstadt, so dass bei einer Störung auf einer der beiden Strecken die Trams auf der anderen fahren können. Die Trams fahren zum einen durch die Königsstraße, zum anderen über den Scheidemann-Platz. Der Bau einer neuen, zweiten Strecke würde sehr viel Geld kosten. Fakt ist auch: Es gibt keinen politischen Auftrag an die Stadtverwaltung, das innerstädtische ÖPNV-Netz grundlegend umzubauen.

Die Straßenbahn in der Königsstraße wird daher in das Gestaltungskonzept einbezogen und stellt weiterhin sicher, dass die Stadtmitte aus dem Kasseler Stadtgebiet und dem Umland direkt und barrierefrei zu erreichen ist.

 

19. Ist das Radfahren in der Königsstraße erlaubt?

Das Radfahren in der Fußgängerzone Obere Königsstraße ist  von 20 bis 9 Uhr möglich. Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern sollten in diesem Zeitraum vermeidbar sein. Auch in der Unteren Königsstraße, zwischen dem Königsplatz und der Kreuzung Am Stern, wird das Radfahren von 20 bis 9 Uhr wieder gestattet - allerdings erst nach Abschluss der Umbauarbeiten im Sommer 2017.

 

 

 

Veröffentlicht am:   27. 01. 2016  


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