Kaum wagt sich die Sonne hervor und uns wird spürbar wärmer, beginnt auch wieder die Zeckensaison. Beim Spazierengehen in Feld und Flur oder beim Picknick, bei der Gartenarbeit, überall können die kleinen Plagegeister auf uns lauern. Häufig machen sie sich erst durch eine Rötung und Juckreiz bemerkbar, wenn man schon längst vom Spaziergang zurückgekehrt ist. Wer eine Zecke an sich oder seinem Nächsten feststellt, sollte diese so schnell wie möglich mit einer geeigneten Zeckenpinzette ziehen. Denn je länger die Zecke an uns Blut saugt, je größer wird die Infektionsgefahr, zumindest für die in Nordhessen häufigste Zeckenübertragung, nämliche die Borreliose. Wichtig ist, die Stelle, an der die Zecke gesessen hat, nach ihrer Entfernung zu desinfizieren – geeignete Präparate hierzu gibt es in jeder Apotheke. Natürlich kann zum Entfernen der Zecke auch ein Arzt aufgesucht werden. Obwohl die Borreliose in Deutschland mit 60.000 -100.000 Fällen pro Jahr viel häufiger ist, als die Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME), haben die meisten Leute völlig zu Unrecht mehr Angst vor der FSME, als vor der Borreliose.
Wichtig ist: Gegen FSME kann man sich impfen lassen, nicht gegen Borreliose. Umgekehrt lässt sich die Borreliose gut behandeln, wenn man sie früh erkennt, mit einer FSME-Infektion muss der Körper weitgehend alleine fertig werden. Lassen Sie sich durch bunte Werbebroschüren nicht "irre machen". Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht! Es gibt nur eine Impfung gegen FSME. Die brauchen Sie aber nur, wenn Sie in Gebiete reisen, in denen die FSME häufig vorkommt, also beispielsweise im Schwarzwald oder im bayrischen Wald oder in Teilen Österreichs. In Nordhessen gibt es nur sehr wenige sporadische Fälle von FSME.
Sollten Sie hingegen wenige Tage bis Wochen nach einem Zeckenbiss eine Rötung an der Bissstelle bemerken, die nach außen hin immer größer wird (so genannte Wanderröte), so ist dies Beweis für eine Borrelioseinfektion, die dann sofort und ausreichend lange antibiotisch behandelt werden muss. Da Antibiotika stets verschreibungspflichtig sind, ist es hier immer erforderlich Ihren Arzt aufzusuchen. Am besten ist natürlich immer die Zecke, die nichts mit Ihnen zu tun haben will. Dies können Sie durch zeckenwirksame Insektenabwehrmittel (so genannte Repellentien) erreichen, die Sie auf die Haut auftragen können. Im Übrigen hilft es auch, Zecken dadurch von sich abzuhalten, dass man nicht allzu viel freie Haut zeigt.
Weitere Informationen über Zecken und die von ihnen verursachten Erkrankungen erhalten sie beim Gesundheitsamt Region Kassel (Telefon: 1003-1960/61) oder bei der Borreliose- Selbsthilfegruppe Kassel Stadt und Land e. V. (www. borreliose.de). Kommen Sie gut durch die warme Jahreszeit!