Die Stadt Kassel ist Modellregion Inklusive Bildung


Auftaktveranstaltung am 17. November 2015

Singende Kinder der Valentin-Traudt-Schule Kassel; © Stadt Kassel, Foto: Martina Schwarz-Eull
Musikalischer Gruß der Valentin-Traudt-Schule Kassel zu Beginn der Auftaktveranstaltung "Modellregion Inklusive Bildung in Kassel".


Kultusminister Lorz und Schuldezernentin Janz geben Startschuss

Als Modellregion Inklusive Bildung geht die Stadt Kassel in eine neue Ära der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen über. Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz hat dazu am 17. November letzten Jahres mit Kassels Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz den Startschuss gegeben. Gemeinsam mit zahlreichen Bildungsexperten und Beteiligten hoben beide die Bedeutung dieser Modellregionen für eine noch bessere Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen hervor. "Die heutige Auftaktveranstaltung ist nicht nur der offizielle Startschuss für die bereits in den vergangenen Wochen geleistete wertvolle Arbeit im Bereich der inklusiven Bildung, sondern gleichzeitig auch ein deutliches Zeichen dafür, dass das Land Hessen und die Stadt Kassel Inklusion als gesamtgesellschaftlichen Auftrag betrachten und dementsprechend Hand in Hand gemeinsam anpacken. Mit den Modellregionen können wir das schulische Umfeld der betroffenen Schülerinnen und Schüler direkt und unmittelbar ändern", erklärte Kultusminister Lorz. Es sei zudem überaus wichtig, dass alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen und sich eng untereinander abstimmen. "Dies ist hier in Kassel auf hervorragende Art und Weise gelungen. Mein Dank gilt daher den Lehrkräften vor Ort, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern, die das Ziel der gemeinsamen Unterrichtung an allgemeinen Schulen umsetzen werden", so Lorz weiter.

"Die Modellregion Inklusive Bildung wird in den nächsten vier Jahren dabei unterstützen, die inklusive Bildung in Kassel konkret umzusetzen. Es werden Landes-Ressourcen und kommunale Ressourcen gesichert, die den inklusiv arbeitenden Schulen in Kassel zur Verfügung gestellt werden können. Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen, deren Eltern es wünschen, die inklusive Beschulung in Kasseler Schulen zu ermöglichen", erklärt Kassels Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz.

Zu den bereits vier existierenden Modellregionen sind im laufenden Schuljahr mit der der Stadt Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis, der Stadt Frankfurt, dem Landkreis Groß-Gerau zusammen mit den Städten Rüsselsheim und Kelsterbach und der Stadt Kassel fünf weitere Modellregionen mit sieben beteiligten Schulträgern hinzugekommen. Insgesamt werden in den neun Modellregionen mit elf Schulträgern rund 44 % aller hessischen Schülerinnen und Schüler unterrichtet. "Die Umsetzung inklusiven Unterrichts durch Modellregionen erreicht somit fast die Hälfte der hessischen Schülerschaft – ein bedeutender Fortschritt!", so Kultusminister Lorz. In der Vergangenheit waren bereits Abkommen mit der Stadt Wiesbaden sowie den Landkreisen Hochtaunus, Wetterau und Offenbach geschlossen worden, in der Zukunft werden weitere Modellregionen Inklusive Bildung folgen.

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz ; © Stadt Kassel, Foto: Martina Schwarz-Eull Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz

Transparente und verlässliche Strukturen schaffen

Im Rahmen der Modellregion werden Lehrerstellen von Förderschulen an Regelschulen verlagert, um dort die inklusive Beschulung möglich zu machen. Konkret bedeutet dies in Kassel, dass stationäre Förderschulklassen für den Förderschwerpunkt Lernen an der Astrid-Lindgren-Schule, der Mönchebergschule und der Pestalozzischule sowie für den Förderschwerpunkt Sprachheilförderung an der Wilhelm-Lückert-Schule planvoll und dosiert beginnend vom Schuljahr 2014/2015 bis 2019/2020 zurückgebaut werden. Zudem wurde im September ein neues regionales Beratungs- und Förderzentrum (rBFZ) eingerichtet, dass in Absprache mit den allgemeinen Schulen den Unterstützungsbedarf koordiniert und somit transparente und verlässliche Strukturen schafft.

Die Hessische Landesregierung hat sich mit ihrem Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen u.a. das Ziel gesetzt, den Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung oder Behinderung an Grundschulen und weiterführenden Schulen zu erhöhen und im Gegenzug die Förderschulbesuchsquote in den nächsten Jahren zu senken. Mit den Modellregionen werden nun inklusive Strukturen im allgemeinen Schulsystem flächendeckend in den beiden Städten sowie im Kreis eingerichtet.

Kultusminister Lorz erklärte abschließend: "Die Eltern erhalten mit den ‚Modellregionen Inklusive Bildung‘ die Gewissheit, dass ein inklusives Schulangebot für ihr Kind in allen Förderschwerpunkten Schritt für Schritt entwickelt und nach Möglichkeit wohnortnah angeboten wird. Unser Ziel bleibt es, das Angebot sukzessive auf ganz Hessen auszuweiten. Wichtig ist uns dabei, dass mit Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler, Schulleiterinnen und Schulleitern, Schulträger und außerschulische Partner alle Beteiligten eingebunden sind. Wir als Land gewährleisten die Anzahl der Stellen für sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Lernen und in der Sprachheilförderung in der Modellregion und passen sie an steigende Schülerzahlen in Kassel an. So verbleiben die durch den Schülerrückgang an Förderschulen freiwerdenden Lehrerstellen in der Region und werden schrittweise zur Stärkung und zum Ausbau des Inklusiven Unterrichts in die allgemeine Schule überführt und weiter ausgebaut. Aber und das ist mir auch sehr wichtig: In allen Förderschwerpunkten wird ein passendes Förderschulangebot erhalten bleiben."

; © Stadt Kassel, Foto: Martina Schwarz-Eull
Von links: Dr. Jürgen Frank (Bildungsmanager Frank und Partner), Anne Janz (Schuldezernentin Stadt Kassel), Prof. Dr. R. Alexander Lorz (Kultusminister Land Hessen) und Helga Dietrich (Schulamtsleiterin Kassel) genossen den musikalischen Gruß der Schülerinnen und Schüler der Valentin-Traudt-Schule.

Veröffentlicht am:   16. 06. 2016  

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