Rahmenkonzept für inklusive Bildung in Kassel vorgestellt


Pressemitteilung von Dienstag, 21. Juni 2016 documenta-Stadt Kassel

Gute Bildungsmöglichkeiten und gleiche Teilhabechancen für alle Kinder und Jugendliche in Kassel gewährleisten – das ist das Ziel der inklusiven Bildung. In der Stadt Kassel, die Modellregion für inklusive Bildung ist, wurde jetzt das erste Rahmenkonzept hierfür vorgestellt.

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit wurde jetzt das Rahmenkonzept zur inklusiven Bildung in Kassel vorgestellt. Das Besondere: Es wurde nicht am grünen Tisch von der Stadt Kassel und dem Staatlichen Schulamt entwickelt, sondern in einem breit angelegten Beteiligungsprozess. Einbezogen waren Vertreter der Schulen, der Eltern- und Schülervertretungen sowie der Behindertenverbände. "Transparenz, Beteiligung und das Fachwissen unterschiedlicher Professionen und Bereiche sind der beste Weg, um zu guten und tragfähigen Lösungen und zu einem breiten Konsens zu gelangen. Ich danke allen, die sich in den Arbeitsgruppen mit ihrer Expertise für das Gelingen des Prozesses engagiert haben", sagte die Kasseler Schul- und Jugenddezernentin Anne Janz beim 1. Fachtag im Rahmen des Umsetzungsprozesses der Inklusiven Bildung.

Bei dem Fachtag wurde zum einen das Rahmenkonzept vorgestellt, zum anderen diente der Fachtag der Information und dem Austausch der unterschiedlichen Akteure im Bereich der inklusiven Bildung. Das Ziel: Es soll ein tragfähiges Netzwerk wachsen. Denn inklusive Bildung ist ein fortlaufender Prozess. Die Stadt Kassel und das Staatliche Schulamt für die Stadt und den Landkreis Kassel nehmen dabei gemeinsam ihre Verantwortung wahr, um die inklusiven Entwicklungen im schulischen System und in kommunalen Zuständigkeiten der Stadt Kassel als Schul-, Jugendhilfe- und Sozialhilfeträger aufeinander abzustimmen und eine Gesamtstrategie zu entwickeln. Stadträtin Anne Janz: "Wir wollen effektiv und erfolgreich gute Bildungsmöglichkeiten und gleiche Teilhabechancen für alle Kinder und Jugendlichen in Kassel gewährleisten."

Die Auseinandersetzung mit dem Thema "Inklusive Bildung" ist in Kassel nicht neu: Bereits vor zwei Jahren wurden über 200 Personen aus Schulen, Verwaltung, Politik und Interessensverbänden zu einer großen Auftaktveranstaltung eingeladen, um sich am Prozess der Umsetzung der Inklusiven Bildung in Kassel zu beteiligen. Seither wurde in mehreren Arbeitsgruppen das Rahmenkonzept entwickelt. Es wurden Ziele und Qualitätskriterien für die Umsetzung der inklusiven Bildung in Kassel herausgearbeitet und die wesentlichen Aspekte zur Ausgestaltung der notwendigen Leitungs-, Organisations-, Kooperations- sowie Lehr- und Lernprozesse in den Kasseler Schulen beschrieben. Folgende Qualitätsbereiche   sind im 1. Rahmenkonzept niedergelegt:

  • Schulentwicklung und Schulorganisation im Kontext der Inklusion
  • Unterrichtsentwicklung im Kontext der Inklusion
  • Inklusive Schule bauen
  • Elternarbeit im Kontext von Inklusion
  • Schülerinnen- und Schülerbeteiligung im Kontext von Inklusion
  • Aus-, Fort- und Weiterbildung im Kontext der inklusiven Bildung
  • Übergänge gestalten im Kontext von Inklusion
  • Kooperation und Vernetzung
  • Evaluation
  • Öffentlichkeitsarbeit


Damit inklusive Bildung im allgemeinen und inklusive Beschulung im Besonderen   gelingen können, braucht es ein starkes Miteinander, den Willen und das Engagement aller an Bildung und Erziehung Beteiligten, eine zielgerichtete Schulentwicklung und zugleich individuelle Lösungen.

"Die UN-Konvention und das Hessische Schulgesetz geben uns in der Bildungsverwaltung und in der Schule den Auftrag, ein inklusives Schulwesen zu entwickeln: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung sollen in unseren Schulen selbstverständlich zusammen lernen, leben und arbeiten", erklärt Helga Dietrich, Leiterin des Staatliches Schulamtes für den Landkreis und die Stadt Kassel. "Unser Anliegen ist, allen Schülerinnen und Schülern in Kassel zu ermöglichen, ihre Talente zu entfalten – und zwar am besten gemeinsam. Um dieses bildungspolitische Ziel erfolgreich umzusetzen, bedarf es bei allen Beteiligten eines beherzten Maßes an Innovation, Tatkraft, Flexibilität und Anstrengung."

Hintergrund
Die UN-Behindertenrechtskonvention, die vom Bund ratifiziert und im Hessischen Schulgesetz umgesetzt wurde, fordert eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung aller Menschen. Inklusive Beschulung fordert die Beschulung aller Kinder und Jugendlichen (mit und ohne Beeinträchtigungen) im Regelschulsystem, soweit die Eltern dies wünschen.

Veröffentlicht am:   23. 06. 2016  

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