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Präventionsrat Stadt Kassel

Der diesjährige 16. Kasseler Präventionstag vom 1. bis 3. November 2017 bot insbesondere Trainings für Zivilcourage an. Über 100 Bürgerinnen und Bürger haben an den acht Arbeitsgruppen teilgenommen, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Verwaltungen und Betrieben über Auszubildende und Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften. Ausgebildete Moderationskräfte aus allen Bereichen der Präventionsarbeit haben die vierstündigen Trainings im Rathaus durchgeführt.

Eröffnungsveranstaltung des Kasseler Präventionstages; © Schachtschneider
Von links: Leitender Oberstaatsanwalt Horst Streiff, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Kasseler Präventionsrates Christian Geselle, Polizeipräsident Konrad Stelzenbach, Geschäftsführung des Kasseler Präventionsrates Susanne Zinke, Referentin für Medienkompetenz und Medienwirtschaft bei der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien Sarah Gumz, Referent Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Referent Ali Can.

Logo Präventionstage; © Stadt Kassel

Die Eröffnungsveranstaltung am 1. November 2017 im Bürgersaal fand großen Beifall. Dafür sorgten insbesondere der Autor Ali Can, der aus seinem Buch "Hotline für besorgte Bürger. Antworten vom Asylbewerber Ihres Vertrauens" vorlas und Prof. Christian Pfeiffer mit seinem Vortrag "Jugend 2017 – die Beste, die wir je hatten?"

Für unsere Lokalzeitung Hessische Allgemeine schreibt Frau Helga Kristina Kothe: "Professor Pfeiffer hat in seinem überaus lebendigen Vortrag dargelegt, dass die Gewaltdelikte bei jungen Menschen spürbar rückläufig sind. Er bezog sich dabei auf die Zahlen der Gesetzlichen Unfallversicherung. Der Höhepunkt sei im Jahr 1997 gewesen. Seitdem hätten Raufereien, deren Verletzungen in Arztpraxen behandelt wurden, um 44 Prozent abgenommen; die Zahl der Fälle, in denen Schüler krankenhausreif geschlagen wurden, um 62 Prozent. Auch Studien kriminologischer Institute belegten diesen Trend. In der Kriminalstatistik haben Taten wie Raub, schwere Körperverletzung oder Totschlag seit dem Jahr 2007 um fast 40 Prozent abgenommen. Positiv konnte er auch berichten, dass der Alkoholkonsum bei jungen Menschen gesunken sei. Auch das Problem der Schulabbrüche ist zurückgegangen, alles positive Bedingungen für ein gelingendes Erwachsenwerden.  

Das veränderte Erziehungsverhalten von Eltern sei ein wichtiger Faktor im Leben der jungen Menschen. Seit den 1970er-Jahren habe es einen spürbaren Wandel gegeben. Mit dem daraus resultierenden Züchtigungsverbot aller am Erziehungsprozess beteiligter Personen, also auch der Eltern, habe es eine veränderte Haltung der Erwachsenen in unserer Gesellschaft gegeben. Das heutige   Credo laute   "Liebe statt Hiebe".   Schlagende Eltern seien ein schlechtes Vorbild und die dadurch erlebte Ohnmacht und Demütigung führe zu Frustration und Wut.

Die jungen Menschen, die mit Gewaltanwendung erzogen wurden, werden häufig selbst zu Gewaltanwendern gegenüber Schwächeren. Eine liebevolle, gewaltfreie Erziehung hingegen fördere Selbstbewusstsein, Vertrauen und soziale Kompetenz.

Weitere Faktoren für weniger Jugendgewalt: sinkende Jugendarbeitslosigkeit, höhere Aufklärungsquote, Kultur des Hinschauens an Schulen, bessere Bildungsintegration junger Migranten.

Pfeiffers Fazit: "Liebe zahlt sich aus" - sie führe zu mehr Respekt und auch Zivilcourage.



Codieraktion des Präventionsrates mit dem ADFC

Fahrräder beim Codieren; © Stadt Kassel; Foto: Präventionsrat


Den Dieben einen Schritt voraus

Die Codieraktion des Präventionsrates mit dem ADFC Kassel war ein voller Erfolg. 37 Personen haben sich ihre Fahrräder mit ihrem persönlichen Code versehen lassen. Damit waren alle Termine ausgebucht!

Im Frühjahr 2018 wird der Präventionsrat eine weitere Codieraktion starten.


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