Feierlich verliehen: Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2017

Die Auszeichnung mit dem Kulturförderpreis der Stadt Kassel gehört zu einem der wichtigen kulturellen Ereignisse des Jahres. Gefördert werden damit seit 1987 Kasseler Künstlerinnen und Künstler, Kulturinitiativen und Kulturprojekte. Am Sonntag, 3. Dezember, wurde das diesjährige Ereignis im Schauspielhaus des Staatstheaters Kassel feierlich und fröhlich zugleich begangen.

 

OB Geselle sagte einleitend: „Gewürdigt wird, wer sich in besonderer Weise um das kulturelle Leben verdient gemacht oder hervorragende künstlerische Leistungen vollbracht hat. Der Preis ist Ausdruck des Dankes unserer Stadt, auch dafür, dass die Preisträger das Leben in unserer Gemeinschaft bereichern und damit dazu beitragen, unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter – Kassel zum besten Zuhause zu machen.“

Der insgesamt mit 7.500 Euro dotierte Kulturförderpreis der Stadt Kassel ging in diesem Jahr an drei Hauptpreisträger: Klang Keller e. V., LAGE und ViKoNauten e. V.. Den undotierten Sonderpreis erhalten die Evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte an der Martinskirche und die katholische Pfarrei St. Elisabeth.

„Die Ausgezeichneten stehen für ein herausragendes Charakteristikum von Kultur: Sie okkupiert neue Räume, erweitert den Horizont, verlässt Denkschablonen und vermag unterschiedliche Menschen einzubeziehen“, so Kulturdezernent Susanne Völker.


Impressionen der Preisverleihung im Staatstheater

Klang-Keller; © Klang-Keller e.V.

Klang Keller e. V.

Klang Keller e. V. erhält den Preis für die kontinuierliche Förderung musikalischer Jugendkultur in Kassel. Der Klang Keller ist nicht nur ein Ort kreativen Austauschs zwischen jungen und erfahreneren Musikern. Er unterstützt nachhaltig bei der musikalischen Entwicklung junger Menschen und begleitet sie im gesamten Prozess vom Schreiben bis zur Aufnahme und Aufführung eigener musikalischer Stücke.

Der Klang Keller als Musikzentrum für Jugendliche und junge Erwachsene am Kasseler KulturBahnhof fördert die musikalische Jugendkultur in Kassel. Gegründet im Jahr 2008 als gemeinsamer Proberaum für eine Reihe von regionalen Musikern, hat sich der Klang Keller bis heute zu einem Ort für kreativen Austausch zwischen jungen und erfahreneren Künstlern entwickelt. Der gleichnamige Trägerverein leistet seitdem kontinuierlich eine Mischung aus Kultur- und Jugendarbeit. Junge Menschen zwischen 12 und 26 erhalten für den gesamten Prozess vom Schreiben der Songtexte bis zur fertigen Audioaufnahme produktionsbegleitende Unterstützung. Gemeinsam mit Kooperationspartnern organisiert der Klang Keller e. V. auch regelmäßig Konzerte, Jamsessions und Auftrittsmöglichkeiten und sorgt somit dafür, dass die im Klang Keller betreuten Bands und Nachwuchsmusiker die Möglichkeit haben, ihre Fertigkeiten vor interessiertem Publikum zu präsentieren.

Ansixht von Außen auf den Ausstellungsraum LAGE; © LAGE; Foto: Max Sand

LAGE

"Lage" wird ausgezeichnet für die Etablierung eines interdisziplinären Ausstellungsraumes und Veranstaltungsortes im Kasseler Westen.   Das vielseitige Programm an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Fashion, Design und Performance vereint die Positionen regionaler, nationaler und internationaler Künstler und gibt über Künstlergespräche und neue Formate Raum für genreübergreifende Diskurse.

Der Projektraum LAGE im Kasseler Westen ist Ausstellungsraum, Galerie, Workspace und Veranstaltungsort zugleich und wurde 2015 von den Künstlern Ekachai Eksaroj und Flaut M. Rauch eröffnet. Beide übernahmen die kuratorische Leitung und präsentieren seitdem ein Programm, welches an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Fashion, Design und Performance angesiedelt ist. Neben lokalen und regionalen Künstlern und Nachwuchstalenten der Kunsthochschule Kassel zeigen auch (inter-) nationale Künstler und Designer ihre Arbeiten in der LAGE. Der interdisziplinäre Ansatz des LAGE Programms bietet einen spannungsvollen Bogen mit Raum für neue Formate und genreübergreifende Diskurse. Mit der LAGE Besprechung finden regelmäßig offene Künstlergespräche zu den aktuellen Ausstellungen statt.

Menschen im Bunker bei spärlicher Beleuchtung; © VikoNauten; Foto: Andreas Weber

ViKoNauten e. V.

ViKoNauten e. V. sind Preisträger für die Dokumentation, Erhaltung und Wiederbelebung unbekannter und verborgener Orte im Kasseler Stadtgebiet. Dabei bedienen sie sich für ihre außergewöhnlichen Stadtführungen über und unter Tage einer ganzen Bandbreite an künstlerischen Mitteln und Formaten und füllen diese mit historischen Belegen, Zeitzeugeninterviews und Hintergrundinformationen.

Die ViKoNauten widmen sich den unbekannten, schwer zugänglichen und verborgenen Orten Kassels und lassen diese über historische Führungen und Performances neu erwachen. Dabei bedienen sie sich der ganzen Bandbreite an künstlerischen Mitteln und Formaten. Ob Ausstellungen, Schauspiel, Lesungen, Musikdarbietungen oder Licht-, Audio- und Videoinstallationen, über und unter Tage sind die Stadtführungen der ViKoNauten zu den "Off-Orten" im Kasseler Stadtgebiet   außergewöhnlich und einzigartig. Die Erzählungen und Hintergrundinformationen zeugen vom intensiven Austausch der zum Verein gehörenden Projektgruppe "Kassel Total" mit Künstlern und Kulturschaffenden, Historikern, Museen und vielen lokalen, kommunalen und privaten Institutionen und Partnern. Der Verein entwickelt Angebote für interessierte Einheimische, Gäste, Schulklassen sowieTouristen-Gruppen und bietet regelmäßig Sonderveranstaltungen an.


Der Sonderpreis

Martinskirche; © medio.tv; Foto: schauderna

Bosch-Bornefeld-Orgel in der Elisabethkirche; © Katholischen Pfarrei St. Elisabeth; Foto: Leitschuh

Den undotierten Sonderpreis erhalten die Evangelische Kirchengemeinde Kassel-Mitte an der Martinskirche und die katholische Pfarrei St. Elisabeth für ihre herausragende kulturelle Arbeit in der Innenstadt. Die Martinskirche und die Elisabethkirche stehen für kontinuierliche künstlerische und musikalische Programmgestaltung auf höchstem Niveau. Sie eint darüber hinaus ihr außergewöhnliches Engagement für die Orgel als nicht nur kirchenmusikalisch tragendes Instrument.

 

Durch die Überführung der historischen Bosch-Bornefeld-Orgel von der Martinskirche zur Elisabethkirche haben sich beide Gemeinden für den Erhalt eines wertvollen musikalischen Zeugnisses eingesetzt und zugleich den Weg geebnet für einen beeindruckenden Orgelneubau in der Martinskirche. Für dieses nachhaltige kulturelle Engagement sollen beide Kirchengemeinden im documenta-Jahr 2017 einen undotierten Sonderpreis erhalten.

Veröffentlicht am:   04. 12. 2017  

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